Archive for the ‘Technik’ Category

Schüler dürfen Sonnenfinsternis nicht sehen: Das kann sinnvoll sein

18.03.2015

Morgen ca. zwischen 9:40 Uhr bis 11:40 Uhr findet bekanntermaßen über Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis statt. An einigen Schulen kommt es darum zu Sicherheitsmaßnahmen, nach denen Schüler nur außerhalb dieser Zeit das Schulgebäude verlassen dürfen und die Gardinen zugezogen werden.

In beispielsweise diesem Tweet wird das als „[g]rößter anzunehmender Unfug“ bezeichnet. Ist es aber nicht unbedingt.

Klar wäre es besser gewesen, die Schulen hätten frühzeitig die speziellen Sonnenfinsternisbrillen für die Klassen angeschafft, aber das hätte einiges Geld gekostet, das die meisten Schulen ohnehin nicht haben.

An einigen Schulen sollen die Kinder die Brillen selbst mitbringen und dürfen dann zusehen. Dies benachteiligt aber Kinder, deren Eltern zu arm oder nachlässig sind, um eine Brille zu beschaffen.

Daher sind diese Sicherheitsmaßnahmen kein Unfug, sondern sehr sinnvoll, auch wenn das einige in ihren Tweets anders sehen:

Man könnte Kids generell erzählen, nicht in die Sonne zu schauen.
Kai Heddergott

Erzählen könnte man es ihnen, aber Kinder sind nun mal Kinder und selbst Volljährige sind nicht immer ausreichend schlau, sich vernünftig zu verhalten (Beispiel).

wie hindert man die Kindern denn an normalen sonnigen Tagen daran…?
Schussel

Das ist nicht nötig. Unter normalen Bedingungen verengt sich die Pupille des Auges sehr stark, außerdem kneift man reflexartig die Augen zusammen, so daß keine Gefahr besteht. Bei einer Sonnenfinsternis (auch einer partiellen) greifen diese Schutzmechanismen aber nicht.

AFAIK [=soweit ich weiß] filtert Fensterglas Licht der UV-Wellenlängen heutzutage doch sowieso raus…?!
Foyer & Flämmchen™

Das gilt nur für UV-B und UV-C, aber nicht für UV-A-Strahlung, sagt Wikipedia.

Furchtbarer Versender

23.01.2010

Manche Geschenke, wenn auch nett gemeint, können ziemlich nervenaufreibend werden. So ging es mir diese und letzte Woche mit einem Gutschein der Firma bayte Computertechnik GmbH in Münchberg.

Letzte Woche, Mittwoch abend: Im Onlineshop der Firma eine Digitalkamera („CANON Digital Ixus 85 IS“) und etwas Kleinkram bestellt. Auch wenn Münchberg nur knapp 20 Kilometer von Hof liegt, habe ich mich doch aus verschiedenen Gründen für einen Versand statt einer Abholung entschieden.

Letzte Woche Freitag: Bis jetzt keine E-Mail oder irgendeine Reaktion von bayte. Also selbst E-Mail geschrieben. Die prompte Antwort besagt, daß bayte zum einen gerade technische Probleme mit ihrem Online-Shop hat und die Bestellung nicht richtig übermittelt wurde, zum anderen wäre die gewünschte Kamera nicht mehr lieferbar. Als Ersatz bietet man mir eine „preisgleiche“ (das Wort merken wir uns für später) andere Kamera an („CANON Digital Ixus 95 IS“). Ich akzeptiere.

Könnte ein Grund für die technischen Probleme bei dem Shop vielleicht sein, daß sich niemand um die Wartung und Aktualisierung kümmert? Ich weiß es nicht.

Dienstag mittag: Bayte ruft an, erwischen mich nicht, sollen deshalb später nochmals anrufen.

Dienstag, gegen 16 Uhr: Bis jetzt kein weiterer Anruf von bayte, also rufe ich an: „Die Ware ist eingetroffen und zur Abholung bereit“. Abholung? Ich wollte es eigentlich zugeschickt bekommen, das habe ich bei der Bestellung und in der E-Mail vom Freitag auch klar gemacht. Nachdem ich es am Telefon nochmals wiederholte, kam die Antwort: „Das geht heute noch raus“. Fein!

Donnerstag, kurz nach 14 Uhr: Ware immer noch nicht da. Rufe bayte an, habe ein ungutes Gefühl. Die Ware sei vorgestern rausgegangen. Ich frage nach einer Nummer zur Sendungsverfolgung. Will man mir zumailen.

Um mir die Wartezeit zu verkürzen, sehe ich mich nochmal im Onlineshop von bayte um. Sie haben jetzt die Liste der Digitalkameras aktualisiert und … nanu … die „preisgleiche“ Ixus 95 ist hier jetzt 10 Euro unter dem Preis, den man mir noch am Freitag dafür mitgeteilt hatte. Ziemlich hastiger Preisverfall bei bayte.

Ich entschließe mich, das einfach zu ignorieren und nicht weiter zu erwähnen. Andernfalls hätte ich vielleicht noch einen 10 Euro Gutschein bekommen und das wäre schon an der Grenze meiner nervlichen Belastbarkeit.

Donnerstag, kurz nach 15 Uhr: Immer noch weder Ware noch Sendungsverfolgungsnummer. Ich schreibe eine E-Mail zur Erinnerung.

Donnerstag, ca. 16 Uhr: Jemand will mich anrufen, aber ich telefoniere gerade.

Donnerstag, kurz nach 16 Uhr: Bislang keine E-Mail-Antwort. Rufe wieder bayte an, der Mitarbeiter  sagt mir, er hätte schon versucht, mich vor 10 Minuten anzurufen, denn ihm sei ein Fehler passiert. Er hätte mich mit jemandem mit ähnlichem Namen verwechselt, meine Ware liege noch hier. Eine Kollegin könnte die Ware persönlich vorbeibringen. Dann verbindet er mich weiter, damit ich mit dieser Kollegin einen Termin ausmachen kann.

Donnerstag, kurz nach 19:30 Uhr: Endlich! Die Ware ist da und funktioniert sogar.

Fassen wir also zusammen: Bayte betreibt einen veralteten, fehlerhaften Online-Shop (könnte inzwischen repariert sein, aber ich bin nicht optimistisch), kann sich nicht merken, daß die Ware versandt werden soll, sichert dann die Versendung zu, läßt die Ware aber stattdessen zwei Tage kommentarlos herumliegen und erst wenn man gezielt nachbohrt, entschließt sie sich doch mal, sich um die Sache zu kümmern.

Von einem kleinen Wohnzimmer-Versender bei ebay könnte ich das vielleicht noch akzeptieren, aber wer sich mit einer langen Referenzliste von Firmen, Schulen und ein paar öffentlichen Einrichtungen als Kunden schmückt, von dem erwarte ich etwas mehr.

Soweit ich weiß, soll die Firma beim Vor-Ort-Geschäft ja durchaus in Ordnung sein, aber wenn man Versandhandel nicht zustande bringt, dann soll man es bitteschön lassen!

Vodafone sperrt freie DNS-Server

01.10.2009

Bereits seit Juli leitet Vodafone in seinem UMTS-Netz Zugriffe auf fremde DNS-Server auf seine eigenen Server um, die bald zensiert sein werden. Die Zensur ist gesetzlich vorgeschrieben, die Umleitung des DNS-Verkehrs nicht, möglicherweise ist sie nicht einmal legal.

Da weiß man endgültig, was Vodafone von der Generation Upload wirklich hält.

Praktische Hilfe zum Umgehen des Problems findet sich z. B. bei zdnet.de.

Vor vielen Jahren kamen die CDs auf den Markt.
Dann wurden legal und illegal Kopien davon gemacht.
Dann kamen CDs mit Kopierschutz auf den Markt.
Dann wurde der Kopierschutz umgangen und weiter Kopien gemacht.
Dann fiel der Politik keine bessere Lösung ein, als das Umgehen zu verbieten.

Was das mit den Internetsperren zu tun hat? Hoffentlich nichts!

Der Funke bei N24

10.01.2009

Der Nachrichtensender N24 verbreitet unter anderem „Wissen“, indem er tolle Dokus über alltägliche Dinge sendet, die vorher schon über Pro7 und Kabel1 liefen (die Dokus, nicht die Dinge). Vielleicht ist zwischendrin auch mal was neues dabei (vermute ich einfach mal, um dem Sender nicht Unrecht zu tun).

Zu einer Sendung, in der es um Zündkerzen geht (außerdem um Fische räuchern, Heftpflaster und Wärmedämmung) hat der zuständige Praktikant einen Text gedichtet, der mit der Frage anfängt:

Was wäre ein Motor ohne Zündkerzen?

Was wäre ein Motor ohne Zündkerzen?

Ich bin nun wirklich kein Experte für Automobile, aber …hm, mal überlegen… vielleicht ein Dieselmotor?

Quelle des obigen Ausschnitts ist N24. Da aber der Link zur Originalseite (dem TV-Programm von heute) nach der Sendung wahrscheinlich ungültig wird, habe ich das Bild stattdessen mit einer Google-Suche hinterlegt (die Sendung kam und kommt bestimmt noch öfter).

Warum gibt es keine Wegwerf-Kontonummern?

08.09.2008

Nachdem Adreß- und Kontodaten vieler (vielleicht aller) Bundesbürger in diversen Callcentern die Runde machen, hat nun der Bund der Kriminalbeamten die etwas drastische Empfehlung gegeben, sich neue Telefon- und Kontonummern zuzulegen.

Nachdem es bereits Wegwerf-Mail-Adressen und auch Wegwerf-Telefonnummern gibt, könnten die Banken doch vielleicht Wegwerf-Kontonummern (oder vornehmer Alias-Kontonummern) bereitstellen.

Wer eine solche Nummer braucht, läßt sie sich einfach generieren und verwendet sie nur für einen bestimmten Zweck, z. B. für die Stadtwerke. Man könnte das noch erweitern, so daß für eine bestimmte Nummer nur bestimmte Firmen einen Bankeinzug durchführen dürfen. Will jemand anders über die Stadtwerke-Nummer Geld einziehen, ginge das nicht.

Vielleicht eine ganz praktische Idee?

Mehr Power

01.08.2008

Wer die Comedy-Serie „Hör‘ mal, wer da hämmert“ schon mal gesehen hat, weiß, daß „Mehr Power“ ein Lieblingsspruch der Hauptfigur Tim Taylor ist. Der Spruch gefiel aber wohl auch dem britischen Designstudenten Freddie Yauner.

Der hat, nach einer Millionstelsekundenuhr und einem Tagebuch mit einer Zeile für jede Minute, nun einen Toaster erfunden, der das Brot nach dem Toasten bis zu 5,50 Meter hoch schleudern kann.

Das einzige, was Yauner Sorgen macht, ist, daß inzwischen ein Konzern tatsächlich Interesse an diesem Gerät geäußert hat.

Möglicherweise ist es ein Rüstungskonzern, der einen Kampftoaster daraus entwickeln will?

Quelle: Spiegel online.

Sprachlos

10.02.2007

Die Telekom hat ein Verfahren entwickelt, eine Person anhand der Stimme über Telefon zu identifizieren. Damit sollen Paßwörter und PIN-Codes überflüssig werden, elektronisches Einkaufen wäre viel leichter.

Auch abgesehen von den Problemen bei Heiserkeit oder Kettenrauchern scheint mir die Sache nicht richtig sicher zu sein.

Zum einen soll das System nämlich sowohl über Handy als auch Festnetz funktionieren. Wer schon mal mit jemandem über Handy und Festnetz telefoniert hat, weiß vielleicht, daß dieselbe Stimme dabei recht unterschiedlich klingen kann. Das System muß also entsprechend tolerant eingestellt sein. Je toleranter es ist, desto eher ist es auch zu täuschen.

Zum anderen genügt zur Identifizierung das Nachsprechen einiger Zahlen. Sobald man also von jemandem eine Aufzeichnung hat, in der er alle nötigen Teile spricht („fünf“, „unddreißig“, „drei“, „zehn“), sollte der Mechanismus zu überlisten sein.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat für „VoiceIdent“ ein Sicherheitszertifikat ausgestellt. Das könnte im schlimmsten (Streit-)Fall eine faktische Beweislastumkehr bedeuten. Dann muß ich auf einmal beweisen, daß ich die zwei Tonnen Hundefutter nicht bestellt habe.

(via Handakte)