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Schüler dürfen Sonnenfinsternis nicht sehen: Das kann sinnvoll sein

18.03.2015

Morgen ca. zwischen 9:40 Uhr bis 11:40 Uhr findet bekanntermaßen über Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis statt. An einigen Schulen kommt es darum zu Sicherheitsmaßnahmen, nach denen Schüler nur außerhalb dieser Zeit das Schulgebäude verlassen dürfen und die Gardinen zugezogen werden.

In beispielsweise diesem Tweet wird das als „[g]rößter anzunehmender Unfug“ bezeichnet. Ist es aber nicht unbedingt.

Klar wäre es besser gewesen, die Schulen hätten frühzeitig die speziellen Sonnenfinsternisbrillen für die Klassen angeschafft, aber das hätte einiges Geld gekostet, das die meisten Schulen ohnehin nicht haben.

An einigen Schulen sollen die Kinder die Brillen selbst mitbringen und dürfen dann zusehen. Dies benachteiligt aber Kinder, deren Eltern zu arm oder nachlässig sind, um eine Brille zu beschaffen.

Daher sind diese Sicherheitsmaßnahmen kein Unfug, sondern sehr sinnvoll, auch wenn das einige in ihren Tweets anders sehen:

Man könnte Kids generell erzählen, nicht in die Sonne zu schauen.
Kai Heddergott

Erzählen könnte man es ihnen, aber Kinder sind nun mal Kinder und selbst Volljährige sind nicht immer ausreichend schlau, sich vernünftig zu verhalten (Beispiel).

wie hindert man die Kindern denn an normalen sonnigen Tagen daran…?
Schussel

Das ist nicht nötig. Unter normalen Bedingungen verengt sich die Pupille des Auges sehr stark, außerdem kneift man reflexartig die Augen zusammen, so daß keine Gefahr besteht. Bei einer Sonnenfinsternis (auch einer partiellen) greifen diese Schutzmechanismen aber nicht.

AFAIK [=soweit ich weiß] filtert Fensterglas Licht der UV-Wellenlängen heutzutage doch sowieso raus…?!
Foyer & Flämmchen™

Das gilt nur für UV-B und UV-C, aber nicht für UV-A-Strahlung, sagt Wikipedia.

Porno-Förderung: Na und?

20.11.2014

An sich eine recht langweilige Geschichte:

Im Auftrag des bayerischen Wirtschaftsministeriums vergibt die Bayern Innovativ GmbH „Innovationsgutscheine“. Diese sind für StartUp-Unternehmen und Handwerksbetriebe gedacht und mit einer finanziellen Förderung verbunden.

Einen solchen Gutschein erhielt 2012 auch die „Jakob GmbH“ aus Bayreuth und zwar für eine „Online-An- und Verkaufsplattform für Privatkunden von Erotikfilmen ab 18“. Stolz präsentiert die Firma den Gutschein auch auf ihrer Website.

Anscheinend wurde nun erst vom Bayerischen Rundfunk diese Förderung in Höhe von 18.000 EUR entdeckt und eine Menge Leute erklären jetzt, daß das vielleicht irgendwie so nicht hätte passieren dürfen.

Darunter der seinerzeit zuständige bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP):

Der SZ sagte er, dass er den Fall nicht kenne. […] „Auf Einzelentscheidungen haben wir keinen Einfluss genommen“, erklärte Zeil. Ohne Kenntnis der Details falle ihm die Bewertung schwer. Allgemein könne er für seine Amtszeit sagen, dass Pornoplattformen „nicht im Fokus bayerischer Wirtschaftspolitik“ gestanden seien.

Quelle: sueddeutsche.de

Und die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD, Annette Karl, poltert:

„Pornoplattformen gehören meiner Meinung nach überhaupt nicht staatlich gefördert. […] Innovationsgutscheine sollen junge Unternehmen stützen und nicht die Verbreitung von Pornografie.“

Quelle: br.de

Wo ist denn jetzt eigentlich das Problem? Warum kann man nicht junge Unternehmen und die Verbreitung von Pornografie gleichzeitig stützen?

Nun gut, als SPD-Politiker hat man in Bayern traditionell wenig zu melden. Wenn dann mal Gelegenheit zum Reden ist, muß man es entsprechend laut tun.

Aber sachlich gesehen:

Die Jakob GmbH führt beim Handel mit den Erotikfilmen eine Altersverifikation der Kunden durch, somit ist das Geschäft legal.

Ob der Online-Handel von Hardcore-Pornographie mit Privatkunden auch innovativ ist? Der Geschäftsführer meint dazu:

„Wir waren die ersten, die ein Portal eingerichtet haben, über das die Nutzer gezielt auch Erotikfilme ab 18 an- und verkaufen können“

Quelle: infranken.de

Inzwischen hat auch die Bayern Innovativ GmbH (die den Innovationsgutschein ausgestellt hat) selbst eine Presseerklärung herausgegeben.

Darin steht einerseits:

Der Projektträger hat sich dabei der Objektivität und Neutralität bei der Bewertung eines Vorhabens verpflichtet und darf keine Branche oder Themen von vorneherein ausschließen.

Aber andererseits:

Dr. Markus Eder, seit 1.10.2014 Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH: „Die kritischen Nachfragen sind berechtigt, da die Förderung eine zwar von Vielen genutzte, aber doch umstrittene Branche betrifft. Mehr Fingerspitzengefühl bei der damaligen Anwendung der von den Förderrichtlinien vorgegebenen Entscheidungsspielräume wäre wünschenswert gewesen.[…]

Also auch hier kein Rückgrat, obwohl das doch angeblich gerade erst durch Masturbation weich wird?

Man kann sicherlich Gründe finden, warum andere Unternehmen die Förderung eher verdient hätten als die Jakob GmbH. Dann sollte man das bei weiteren Fördermaßnahmen, zumindest stichprobenartig, aber auch überprüfen.

Vermutlich kämen dann andere zweifelhafte Fälle zu Tage, nur eben ohne Pornos.

 

30 Jahre RTL: Was in der Jubiläumsshow fehlte

05.01.2014

RTL hat seine 30jährige Existenz gestern Abend mit einer etwa dreistündigen Show zelebriert. Trotzdem reichte die Zeit anscheinend nicht für einige der (meiner Meinung nach) interessanteren Geschichten. „Vergessen“ wurde:

Bezüglich „Dschungelcamp“ gab es große Verwirrung bei der Verleihung des Deutschen Comedypreises 2013:

Von 2004 bis 2012 hatte Dirk Bach zusammen mit Sonja Zietlow 6 Staffeln von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ moderiert, bevor er im Oktober 2012 verstarb. Nachdem in der 7. Staffel 2013 deshalb Daniel Hartwich seinen Platz einnahm, sollte den Moderatoren jetzt auf einmal der Deutsche Comedypreis verliehen werden.

Ob sie ihn jetzt tatsächlich zuerst nicht wollten, weil er eben auch Dirk Bach gebührt hätte, oder ob sie nur mißverstanden wurden ist nicht so ganz geklärt. Zumindest nahmen sie den Preis nicht persönlich entgegen, sondern waren nur in einer Videobotschaft zu sehen.

Siehe dazu tagesspiegel.de und rtl.de.

Bei den Shows fehlte die von 1992 bis 1999 ausgestrahlte und recht beliebte Sendung „Wie bitte?!„, in der eine kleine Gruppe von Schauspielern Probleme von Verbrauchern mit Firmen oder Behörden nachspielte. Da die Namen der Firmen genannt wurden, sorgte die Sendung auch für eine entsprechende „Motivation“ bei den Gescholtenen, das jeweilige Problem endlich zu lösen.

Moderiert wurde die Show von Geert Müller-Gerbes, zunächst Pressereferent von Bundespräsident Gustav Heinemann, dann Korrespondent für Radio und den damals neuen Privatsender RTL plus, Moderator mehrerer Politik-Sendungen auf RTL plus. Seine Seriosität brachte er auch in die Moderation von „Wie bitte?!“ ein, wohl auch ein Grund für den Erfolg der Sendung.

Im Jahr 1998 gibt Helmut Thoma die Geschäftsführung von RTL ab, Gerhard Zeiler übernimmt. Ein Jahr später wird „Wie bitte?!“ abgesetzt, einige bereits produzierte Folgen werden noch in der tiefen Nacht versendet. Gerbes meint: „RTL macht im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht mehr Fernsehen, sondern Gewinn“.

Siehe dazu spiegel.de.

Und dann natürlich die tollen Comedians:

Zum einen haben wir da Atze Schröder, der viele abmahnte oder verklagte, die es wagten, seinen richtigen Namen zu veröffentlichen. Unter anderem versuchte er, seinen Namen aus der Wikipedia verschwinden zu lassen, indem er den Geschäftsführer des Vereins Wikimedia Deutschland abmahnte.

Siehe heise.de.

Und zum anderen ist da Mario Barth, der meinte, wenn er sich den ach so tollen (und damals schon angestaubten) Spruch „Nichts reimt sich auf Uschi“ markenrechtlich schützen läßt, dürfte ihn niemand anders auf ein T-Shirt drucken.

Siehe n-tv.de.

Es gäbe sicher noch viel mehr interessante Anekdoten aus der Geschichte von RTL zu erzählen, die mir nicht bekannt sind.

RTL streitet sich mit mir um 37 Sekunden

20.04.2013

RTL bekennt sich öffentlich zum Urheberrecht und argumentiert dabei, daß „[e]igens für Punkt 12 entwickelte Formate wie ‚Helena Fürst – Anwältin der Armen‘, ‚Mehrzads Tanzcamp‘“ und weitere nicht mehr finanzierbar wären, wenn die Werbeeinnahmen durch illegale Verbreitung wegbrechen würden. Ob das wirklich ein Verlust wäre, will ich an dieser Stelle nicht vertiefen.

Mit der Jagd nach Urheberrechtsverletzern übertreibt es RTL allerdings. Zufälligerweise war RTLs Hang zur Übertreibung auch Thema des Videos, um das es hier geht.

Am 13.03.2012 kam es abends in einem Tunnel in der Schweiz zu einem schweren Verkehrsunfall eines belgischen Reisebusses, bei dem 22 Kinder und 6 Erwachsene aus Belgien und den Niederlanden starben.

Tags darauf berichtete auch das RTL Mittagsmagazin „Punkt 12“, unter anderem mit einer Live-Schaltung nach Lommel, einem Ort in Belgien, aus dem viele der Getöteten kamen.

37 Sekunden daraus habe ich als Basis für mein kleines Video verwendet und einen eigenen Audio-Kommentar darüber gesprochen, um zu zeigen, wie es RTL hier eindeutig mit der Trauer übertreibt.

Da das Video momentan bei YouTube gesperrt ist, muß ich es hier beschreiben:

Bild (komplett von RTL)
Schwenk über Blumen und Briefe, die an einem Zaun abgelegt sind, einige Passanten gehen daran entlang. Schwenk auf Reporter Thomas Präkelt, die Kamera verbleibt dann dort.

Ton
Mein Kommentar:
Der Tod von 22 Kindern und 6 Erwachsenen bei dem Busunfall in der Schweiz ist eindeutig eine Tragödie. Aber man kann es auch übertreiben, so wie im RTL-Mittagsmagazin von heute.

Reporter Thomas Präkelt, RTL:
…in die Schule und man merkt ja auch, daß nicht nur die Eltern sondern auch, daß Belgien und die Niederlande ein Teil ihrer Zukunft verloren haben, die Kinder, die das Land einmal weiter aufbauen sollten. Ehm, es ist schwer für die Menschen…

Mein Kommentar:
Trotz aller Betroffenheit: Belgien und die Niederlande werden nicht daran zu Grunde gehen, daß 22 künftige Steuerzahler verstorben sind.

Das war das ganze Video, 37 Sekunden. Das Bild stammt komplett von RTL, beim Ton sind es etwa 14 Sekunden von RTL und 22 Sekunden von mir.

Ich fand es wichtig zu thematisieren, wie RTL bzw. Thomas Präkelt den Tod von 28 Personen zu einer doppelten Staatskrise aufbläst und damit letztlich ins Lächerliche zieht.

Und ich fand meine Darstellung auch durch das Zitatrecht (§51 UrhG) gedeckt.

RTL war anderer Meinung, wie mir am 21.03.2013 durch YouTube mitgeteilt wurde. Mein Video war zunächst einmal gesperrt worden, da es „Inhalte Dritter“ enthielt. Nach einem Einspruch meinerseits wurde es vorerst wieder öffentlich gemacht.

Kurz darauf erhielt ich eine E-Mail der „RTL interactive GmbH“ mit einigen Standardfloskeln zum Urheberrecht und etwas Gejammer, daß man sich als privater Fernsehsender durch Werbung finanzieren muß und keine Gebührengelder wie die Öffentlich-Rechtlichen erhält.

Es kam zu einer kurzen, aber ergebnislosen E-Mail-Diskussion mit einem Mitarbeiter der Firma, der sich zunächst einmal auf den Standpunkt stellte, daß für die Verbreitung von Material von RTL grundsätzlich immer eine Erlaubnis erforderlich wäre. Davon rückte er zwar ab, akzeptierte es aber trotzdem nicht als Zitat.

Zuletzt schlug er als Kompromiss vor, das Video stattdessen bei RTLs eigenem Portal Clipfish einzustellen. Nach einem Blick in die AGB habe ich von dieser Idee Abstand genommen:

IV.
[…]
3. Ebenfalls ist es den Nutzern untersagt, Inhalte auf clipfish.de einzustellen,
die […] weltanschauliche Anschauungen verbreiten […] oder die sonst wie eine
politische oder weltanschauliche Zielsetzung haben (wie z.B.
Unterschriftenaktionen, Aufrufe zu Meinungsäußerungen, Versammlungen etc.).

Aufrufe zu Meinungsäußerungen, wie furchtbar.

Der letzte E-Mail-Kontakt erfolgte am 25.03.2013. Er enthielt seitens RTL die Drohung, daß das Video von YouTube gelöscht werden und ich eine Copyright-Verwarnung erhalten würde, falls ich es nicht selbst löschen sollte.

Dann passierte lange nichts. In meiner Naivität vermutete ich, daß RTL interactive zur Vernunft gekommen wäre. Aber wäre das der Fall, hätte ich die Geschichte gar nicht veröffentlicht.

YouTube erwartete bis Samstag, den 20.04.2013, also heute, von RTL eine Erwiderung auf meinen Einspruch. Und diese kam dann auch erst gestern, also am letzten regulären Werktag vor Ende der Frist.

Ich weiß nicht, ob ein Mitarbeiter den Fall zufällig kurz vor Ablauf bemerkte oder ob RTL das routinemäßig so macht (aber warum?), jedenfalls will die Firma an ihrer Behauptung festhalten, ich hätte einen Copyright-Verstoß begangen.

Ich habe noch am gleichen Tag bei YouTube eine „Gegendarstellung“ eingereicht, die innerhalb von zehn Werktagen bearbeitet werden soll und warte jetzt ab, was da kommt.

Update (07.05.2013):

Seit heute ist das Video wieder online.

Update:

Am 05.06.2013 erhielt ich als Einschreiben mit Rückschein eine Abmahnung, in der mich die Mediengruppe RTL Deutschland zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufforderte, da sie sonst weitere rechtliche Schritte erwägen würde.

Die Unterlassungserklärung war für meine Begriffe viel zu weitreichend, sie hätte RTL gestattet, eine Vertragsstrafe für die unerlaubte Verwendung jeglichen RTL-Materials zu verlangen. So etwas kann aber sehr schnell versehentlich passieren, wenn z. B. bei einer Aufnahme ein Fernseher im Hintergrund läuft o. ä.

Zwar war die eigentliche Abmahnung kostenfrei, aber ich mußte mir jetzt Rat bei einer Anwältin holen und das war nicht ganz billig. Die riet mir dazu, das Video zu entfernen und eine modifizierte Unterlassungserklärung abzugeben.

Da ich leider kein großer Kämpfer bin und weder die Finanzen noch die Nerven hätte, einen ernsthaften Rechtsstreit mit RTL auszutragen, folgte ich ihrem Rat.

Bleibt mir nur noch zu fragen: Liebes RTL, war das wirklich nötig?

RTL aktuell: Irgendwas mit Kinder…

23.06.2012

Die Geschichte: In Leipzig verstirbt eine drogenabhängige Mutter, kurz darauf verdurstet ihr zweijähriger Sohn, weil er allein in der Wohnung ist und sich niemand um ihn kümmert. Etwa zwei Wochen nach dem Tod der Mutter werden die Leichen erst gefunden.

RTL aktuell hat gestern darüber berichtet. Und demonstriert dabei seine journalistische Qualität, wenn sie Herrn Georg Ehrmann zu Wort kommen läßt, der bei drogenabhängigen Müttern eine tägliche Betreuung der Kinder und regelmäßige Drogenkontrollen fordert.

Bemerkenswert ist dann die Angabe, welche Organisation Ehrmann vertritt:

Georg Ehrmann, RTL Aktuell 22.06.2012

Knapp daneben, liebes RTL. Er ist Chef der Deutschen Kinderhilfe, die bekannt ist für öffentlichkeitswirksame Forderungen.

Frankenpost: Regional vermuten, lokal einfach mal annehmen

19.06.2012

Zunächst zum Hergang der Geschichte:

Im kleinen Örtchen Ziegenburg brennt Samstag Nacht ein Wohnhaus aus.

Sonntag morgen wird in der Nähe am Waldrand durch einen Hubschrauber ein ausgebranntes Auto entdeckt, darin eine verkohlte Leiche.

Nachdem das einsturzgefährdete Haus gesichert ist, wird auch dort eine verbrannte Leiche gefunden.

Bis Dienstagabend war außerdem Folgendes sicher:

Bei der Leiche im Haus handelt es sich um dessen ehemalige Besitzerin, Gräfin von Luxburg, die anscheinend ein Wohnrecht für das Haus besaß. Der neue Besitzer ist ein Andreas S., 35 Jahre, der mit seiner Verlobten dort wohnte, die aber vor kurzem auszog, weil es anscheinend Streit gab. Die Gräfin verstarb durch einen Kopfschuss, im ausgebrannten Fahrzeug, einem Mercedes Kombi, der von Andreas S. benutzt wurde, fand sich neben der männlichen Leiche außerdem eine Schusswaffe.

Die Autorin Melitta Burger hat mehrere Artikel dazu geschrieben, zwei davon am Dienstagabend (zuletzt bearbeitet am 18.06.2012 um 21:47 Uhr bzw. 21:42 Uhr, laut der Frankenpost-Website).

Im Artikel für die Region Oberfranken formuliert sie vorsichtig:

Hannelore von Luxburg war nach einem Kopfschuss bereits tot, als ihr Mörder zunächst die beiden Hunde in Sicherheit brachte und danach das Haus vermutlich mithilfe eines Brandbeschleunigers in Flammen aufgehen ließ. Täter ist wahrscheinlich der 35-jährige Andreas S., der ebenfalls in dem Haus gewohnt hatte. Obwohl die Identifizierung der völlig verkohlten Leiche in dem ausgebrannten Auto bislang noch nicht abgeschlossen ist, geht die Polizei davon aus, dass es sich um Andreas S. handelt. Mord und Selbstmord ist nach den bisherigen Ermittlungen die wahrscheinlichste Annahme für die Geschehnisse in der Nacht zum Sonntag.

Auch hier könnte man natürlich diskutieren, woher sicher ist, daß es überhaupt ein Mord war und daß der Mörder auch Brandstifter ist (und daß er/sie die Hunde in Sicherheit brachte).

Während die Identität der Gräfin von Luxburg am Montagmittag bereits endgültig feststand […], ist dies den Ermittlern bei dem zweiten Leichnam noch nicht endgültig gelungen. Bislang sei sicher, es handle sich bei dem Verbrannten um einen Mann, sagte Thomas Janovsky.

Im Lokalbereich für Kulmbach (zuletzt geändert 5 Minuten vor dem anderen Artikel) haut Melitta Burger dagegen auf die Kacke:

Was hat Andreas S. in einen solchen Ausnahmezustand versetzt, dass er Hannelore Gräfin von Luxburg durch einen Kopfschuss tötete, das Haus in Brand steckte, in dem beide lebten und sich dann im Wald in seinem Auto verbrannte?
[…]
War Andreas S. so verzweifelt, weil er verlassen wurde? Hat es „einfach so“ Streit gegeben zwischen ihm und seiner Mitbewohnerin, der Gräfin? Was wirklich geschehen ist in diesen letzten Minuten wird wohl für immer im Dunklen bleiben.
[…]
Warum auch immer, es war wohl Andreas S., der die Waffe auf die 78-jährige Frau richtete und ihr in den Kopf schoss. Dann muss der Täter in einem lichten Moment die Hunde aus dem Haus gebracht, das Feuer gelegt und schließlich sich selbst ums Leben gebracht haben.
(Hervorhebung von mir)

Mit dem „wohl“ und an einigen anderen Stellen hat die Autorin dann doch sicherheitshalber ein paar Relativierungen eingebaut.

Es gibt bislang keinen Anhaltspunkt, daß es nicht so war, wie es die Autorin beschreibt, aber trotzdem klingt der Artikel für den Lokalteil ein bißchen sehr nach Boulevard („Prinzessin Hermeline schwanger! Oder vielleicht auch nicht …“).

Leistungsschutzrecht: Der Entwurf ist da

14.06.2012

Heute ist ein erster Referentenentwurf des Leistungsschutzrechts für Presseverleger öffentlich geworden (via netzpolitik.org), das die Regierung bald beschließen will.

Die Grundidee des Gesetzes ist es, Presseverlegern das Recht einzuräumen, sogar für kleine Schnipsel aus ihren Produkten bei gewerblicher Nutzung Geld zu verlangen. Das Urheberrecht deckt diesen Fall nicht ab, da dort ausdrücklich das Verwenden von Zitaten aus anderen urheberrechtlich geschützten Werken ohne Gegenleistung erlaubt ist.

Betroffen wäre zunächst einmal offensichtlich Google (speziell Google News), das zu jedem passenden Suchergebnis gleich einen kurzen Textauszug mitliefert.

Aber besonders, wenn man die Begründung im oben verlinkten Entwurf durchliest, tauchen doch einige Fragen auf:

Für das Leistungsschutzrecht für Presseverleger sollen ferner auch die Schranken des Urheberrechts gelten, also vor allem auch die Zitierfreiheit.
(Seite 6)

Die Schnipsel von Google sind also keine Zitate? Und wenn sie keine Zitate sind und auch nicht anderweitig den Schranken des Urheberrechts unterliegen, warum war es dann auf Basis des bisherigen Urheberrechts nicht möglich, sie gerichtlich zu verbieten oder eine Vergütung zu fordern?

Das Ausschließlichkeitsrecht des Presseverlegers als ein umfassendes Verbotsrecht wird im Übrigen nur insoweit gewährt, als das Presseerzeugnis – sei es unmittelbar oder mittelbar – zu gewerblichen Zwecken öffentlich zugänglich gemacht wird.
(Seite 9)

Was bedeutet „gewerblich“ hier?

Abweichend vom gewerbe- oder steuerrechtlichen Gewerbebegriff erfasst Nutzung „zu gewerblichen Zwecken“ jede Nutzung, die mittelbar oder unmittelbar der Erzielung von Einnahmen dient sowie jede Nutzung, die in Zusammenhang mit einer Erwerbstätigkeit steht.
(Seite 9)

Äh, ja … Beispiele?

Ist z.B. ein Blogger hauptberuflich als freiberuflicher Journalist tätig und setzt er sich auf seinem Blog mit seinem Schwerpunktthema auseinander, dann handelt er, wenn er hierbei Presseerzeugnisse von Dritten nutzt, zu gewerblichen Zwecken.
(Seite 10)

Wenn sich also ein Journalist für ein privates Blog mit dem Gleichen (z. B. Fußball) beschäftigt, mit dem er sich hauptberuflich befaßt, ist das gewerblich?

Wer z.B. einen Blog als Hobby unentgeltlich und ohne Bezug zu seiner beruflichen Tätigkeit betreibt, handelt nicht zu gewerblichen Zwecken.
(Seite 11)

Im privaten Blog sollte man dann also tunlichst vermeiden, die Arbeit auch nur zu erwähnen?

Ein Blog verfolgt auch nicht allein deshalb gewerbliche Zwecke, weil er über Werbeeinblendungen des Hostanbieters Einnahmen für diesen generiert.
(Seite 11)

Das ist beruhigend. Aber:

Verwendet ein Blogger zu seinem Hobby-Blog Fachartikel aus einschlägigen Presserzeugnissen [sic] und blendet er zur Refinanzierung seiner Unkosten Werbebanner oder den Bezahl-Button eines Micropaymentdienstes ein, dann handelt er zu gewerblichen Zwecken und muss eine Lizenz erwerben. Darauf, ob der Blogger die Absicht hat, mit der Werbung einen Gewinn zu erzielen, kommt es nicht an.
(Seite 11)

Aber:

Ist ein Blogger ehrenamtlich für einen gemeinnützigen Verein tätig und berichtet über die Vereinsaktivitäten, handelt er bei der Nutzung zu gemeinnützigen, sozialen oder karitativen Zwecken und damit nicht zu gewerblichen Zwecken.
(Seite 11)

Und wenn er Werbebanner zur Finanzierung eines Blogs über einen gemeinnützigen Verein schaltet, muß er dann zahlen oder nicht? Wird er dann zum Leistungsschutzzombie?

Dieser Referentenentwurf hat jedenfalls schon viel Scheußliches und besser kann es eigentlich auch nicht werden, wenn man den grundsätzlichen Widerspruch des Gesetzes betrachtet:

Wie kann man ein Recht zur Lizenzierung von kleinen Textschnipseln (Zitaten) einführen, aber gleichzeitig die Urheberrechtsschranke erhalten, die das Zitieren ohne Lizenz erlaubt?

Update (17.06.2012): Meine obige Argumentation ist Murks, Googles Snippets sind nicht durch das Zitatrecht gedeckt, sondern sind wegen mangelnder Schöpfungshöhe erlaubt.

Das wirkliche Problem sind die Ungenauigkeiten:

Was ist „gewerbliche“ Nutzung (siehe oben)?

Was sind „kleine Teile“ eines Presseerzeugnisses? Bereits die Überschrift, ein einzelnes Wort, die Worte aus dem Titel, die in einem „sprechenden“ Link enthalten sind?

Wann ist ein Textausschnitt tatsächlich ein Zitat? §51 Urheberrechtsgesetz meint dazu:

insbesondere, wenn […] Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden

Wann haben wir ein „selbständiges Sprachwerk“?

Anstatt die vorhandenen Rechtsunsicherheiten im Urheberrecht abzubauen, wird es also noch schlimmer.

Unfaßbar

19.04.2012

Julia von Weiler, Geschäftsführerin von „Innocence in Danger“, einem Verein, der sich offiziell gegen Kindesmißbrauch engagiert (speziell im Zusammenhang mit dem Internet), hat ein Buch geschrieben. Dazu steuerte TAZ-Autor Christian Füller einen Artikel bei, den man durchaus als Werbung für das Buch bezeichnen kann.

Nachdem der Grünen-Politiker Jörg Rupp sich in einem Tweet über den Artikel ärgerte und darin „Und dann wieder die alte Kinderpornoleier“ schrieb, antwortete Füller mit einem zweiten Stück in der TAZ.

Der Ausdruck „Kinderpornoleier“ mag zwar unglücklich gewählt sein, aber daß Füller deswegen einen Aufschrei der Empörung behauptet, ist übertrieben. Rupp erklärt in seinem Blog die Geschichte nochmals aus seiner Sicht.

Besonders bemerkenswert in Füllers zweitem Artikel finde ich ja diese Stelle, in der Ursula Enders, Leiterin der Kölner Kontaktstelle gegen sexuelle Gewalt, bemerkt:

„Kinder, die Kinderpornografie ansehen, sind oftmals genauso belastet wie die unmittelbaren Opfer sexueller Gewalt.“

Das Betrachten der Bilder habe oft eine Traumatisierung zur Folge. Realer Missbrauch habe meistens irgendwann ein Ende, sagte Enders, „die kinderpornografischen Bilder aber lassen die Kinder nicht mehr los“.

Ich weiß nicht, ob Enders das wirklich so gemeint hat oder ob Füller beim Paraphrasieren einen Fehler gemacht hat.

Einer der beiden hatte hier aber offensichtlich einen geistigen Totalausfall: Kinder und Jugendliche, die zufällig über Mißbrauchsdokumentation im Internet stolpern (was übrigens nicht sehr wahrscheinlich ist) leiden darunter also lebenslänglich, während das mißbrauchte Kind, sobald der Mißbrauch vorbei ist, fröhlich pfeifend seiner Wege geht?

Einfach unfaßbar.

Alles nicht so einfach, Sven Regener

22.03.2012

Sven Regener, Sänger der Band „Element of Crime“ regte sich gestern in der Sendung Zündfunk des Bayerischen Rundfunks in einem fünfminütigen Statement über YouTube, Piraten und Raubkopien auf.

Ich hoffe, daß die Antwort der Befürworter eines neuen, zeitgemäßen Urheberrechts nicht hauptsächlich aus Häme und Beleidigungen besteht, sondern aus sachlichen Erklärungen, warum Regener sich irrt. Ich versuche hier, meinen Beitrag dazu zu leisten.

Es wird so getan, als ob wir Kunst machen würden als exzentrisches Hobby.

Nein, den meisten Leuten ist durchaus klar, daß Musiker Geld verdienen wollen und gestehen den Künstlern dieses Recht auch zu. Die Art und Weise, wie das geschehen soll, ist allerdings heftig umstritten.

Natürlich gibt es ebenso Menschen, die Musikern das Recht auf Entlohnung absprechen und verlangen, alles kostenlos zu erhalten. Aber das ist eine Minderheit, die von Vertretern bestimmter Interessen gerne als Normalfall aufgebauscht wird.

Und das Rumgetrampel darauf, daß wir irgendwie uncool seien, wenn wir darauf beharren, daß wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde genommen nichts anderes, als daß man uns ins Gesicht pinkelt und sagt: Euer Kram ist eigentlich nichts wert, wir wollen das umsonst haben, wir wollen damit machen können, was wir wollen und wir scheißen drauf, was Du willst oder nicht.

Es ist schade, daß Regener es so empfindet, wenn die Werke seiner Band verbreitet werden und die Interessenten zunächst einmal entscheiden können, ob ihnen die Musik etwas wert ist oder es halt nicht ihren Geschmack trifft.

Was Künstler bei einem zeitgemäßen Urheberrecht aber tatsächlich nicht mehr haben werden, ist die Kontrolle über die Verbreitung ihrer Werke. Diese Zeiten sind einfach vorbei.

Der Glaube, daß diese Kontrolle erforderlich wäre, um Geld zu verdienen, ist das eine Kernproblem.

Das andere ist ein Gerechtigkeitsempfinden, wonach jemand, der aus Prinzip oder mangels Geld (z. B. Schüler, Arbeitslose) nichts bezahlt, auch keine Gegenleistung (in Form von Musik, Texten oder anderen Werken) erhalten soll. Betriebswirtschaftlich ist das bei geistigen Produkten aber ohne Bedeutung.

Das einzig Wahre am Rock’n’Roll ist, daß wir jede Mark, die wir bekommen, selber verdienen. Die bekommen wir von Leuten, die sagen: Ja, das ist mir das wert, ich geb 99 Cent aus für dieses Lied.

Hier wird es unlogisch, denn wenn jemandem das Lied etwas wert ist, wird er es auch bezahlen, wenn er es kostenlos bekommen könnte (oder schon bekommen hat). Und durch eine kostenlose Verteilung gibt es viel mehr Menschen, die Lied und Band kennenlernen können.

Und das ist halt diese Frage des Respekts und des Anstands. […] So wie es eine Frage auch des Respekts und des Anstands ist, nichts im Supermarkt zu klauen, selbst dann, wenn man wüßte, daß man nicht erwischt würde.

Schon wieder der übliche Vergleich mit dem Ladendiebstahl. Da entsteht dem Supermarkt aber offensichtlich ein betriebswirtschaftlicher Schaden, weil er den geklauten Joghurt nicht mehr verkaufen kann. Bei geistigen Produkten ist das eben nicht so einfach.

Solange das funktioniert, ist das gut.

Regener ist aber anscheinend nicht bereit, einfach mal auf Respekt und Anstand der Konsumenten zu vertrauen, auch wenn sie seine Musik zunächst kostenlos heruntergeladen haben, denn vielleicht funktioniert es ja auch so.

Ein paar (ältere) Beispiele, daß es funktionieren kann (vor allem in Kombination mit Merchandising), finden sich hier.

Youtube gehört Google, das ist ein milliardenschwerer Konzern, die aber nicht bereit sind, pro Klick zu bezahlen.
[…]
[Die Lobbyverbände der Internetfirmen] bringen dann als Hilfstruppen die ganzen Deppen, die sagen „warum kann ich denn das Video nicht auf YouTube kucken?“. Ja dann kuck’s halt woanders, ja. Unsere Videos kann man alle bei element-of-crime.de kucken. […] Tut mir leid, gibt’s halt nicht bei YouTube, bis die nicht bereit sind, dafür auch was zu bezahlen.

Die Frage ist nur, wem das mehr schadet, Google/YouTube oder der Band. Die Plattenfirmen Sony Music und Universal Music haben dazu bereits letztes Jahr ihre Antwort gegeben.

Auch der Begriff „Piratenpartei“ ist geistiges Eigentum und wenn ich hier morgen die Piratenpartei gründe, steht eine halbe Stunde später der Anwalt der Piratenpartei auf der Matte.

Nicht ganz. Der Begriff ist allenfalls markenrechtlich geschützt. Sich als Piratenpartei auszugeben obwohl man nicht die Piratenpartei ist, wäre Betrug (oder ein ähnlicher Rechtsbegriff, den ich mangels Jurastudium nicht kenne).

Also, Herr Regener, sehen Sie sich ein bißchen um im Internet und hören Sie sich auch mal die andere Seite an.

Anonymität im Internet

11.08.2011

Die Begründungen ändern sich, aber die Forderung nach Abschaffung der Anonymität im Internet taucht immer wieder auf. Während Ende Juni das TV-Magazin Frontal21 noch das Mobbing von Schülern zum Anlaß für einen Bericht nimmt, ist es nun der Amoklauf in Norwegen.

Bereits der Frontal21-Beitrag wirkt etwas eigenartig, wenn auf der einen Seite in der Anmoderation von Hilke Petersen beklagt wird:

An Schulen ging es schon immer ruppig zu, doch die Anonymität des Netzes setzt hemmungslose Aggression frei.

und im Beitrag Margit Ricarda Rolf von der Mobbing-Zentrale Hamburg zu Wort kommen darf:

Ich fordere vom Gesetzgeber eine internationale Impressumspflicht und dass Personen, die eine solche Seite betreiben im Internet verpflichtet werden, die IP-Nummern zu speichern, damit sie den Strafverfolgungsbehörden bei Straftaten übergeben werden können. Damit die Täter dann auch ermittelt und bestraft werden können.

Auf der anderen Seite hat es die Redaktion aber anscheinend nicht geschafft, Opfer zu finden, bei denen die Anonymität das tatsächliche Problem war.

Die 13jährige Anna wurde über SchülerVZ gemobbt und es geht aus dem Beitrag klar hervor, daß sie die Mobber kannte. Bei der 18jährigen Sharon tritt in den Vordergrund, daß ihr Freund eine mutmaßliche Mobberin zur Rede stellen wollte und dann von deren Freunden verprügelt wurde (vermutlich handelt es sich um diesen Fall).

Aber nachdem das Wehklagen über das zwielichtige Internet-Angebot isharegossip gemäß den Gesetzen unserer Mediendemokratie von neueren Nachrichten verdrängt wurde, mußte man wieder auf ein geeignetes Ereignis warten, um die Forderung neu einbringen zu können.

Dann kam Norwegen.

Und Bundesinnenminister Friedrich (CSU) mußte dazu natürlich etwas sagen („Fjordman“ war einer der Lieblingsblogger des Attentäters):

„Warum müssen ,Fjordman‘ und andere anonyme Blogger ihre wahre Identität nicht offenbaren?“

Die Grundsätze der Rechtsordnung „müssen auch im Netz gelten“, Blogger sollten „mit offenem Visier“ argumentieren.
(Quelle: spiegel.de)

Und während Friedrich bereits wieder zurückrudert, springt nun Hans-Peter Uhl (CSU), innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, aus dem Sommerloch und bringt sich in Erinnerung:

«Wer in einer Demokratie seine Meinung äußert, sollte dazu stehen»
(Quelle: zeit.de)

Vielleicht sollte man, aber man muß nicht. Schon gar nicht, wenn es in dieser Demokratie für manche Äußerungen kostspielige Abmahnungen, einstweilige Verfügungen oder Klagen hagelt oder man einfach ein Thema ansprechen will, das zu persönlich ist für eine Diskussion unter Klarnamen.

Man dürfe nicht die Augen davor verschließen, dass die Möglichkeit zu anonymen Äußerungen im Netz gravierende Nachteile mit sich bringe.
(Quelle: zeit.de)

Die Vorteile, speziell, aber nicht nur, für Blogger aus repressiven Regimen (Stichwort arabische Revolution) betrachtet er nicht, vielleicht ist er gar nicht in der Lage, sie zu sehen.

«Der sofortige und unreflektierte Widerspruch der sogenannten Netzgemeinde zeigt nur, dass hier eine längst überfällige Diskussion angestoßen wurde.»
(Quelle: zeit.de)

Daß dieselbe Geschichte in leicht veränderter Verpackung bereits mehrfach durchgekaut wurde und die sogenannte Netzgemeinde einfach müde sein könnte, immer wieder das Gleiche zu reflektieren, kommt ihm wohl nicht in den Sinn.