Archive for Januar 2014

30 Jahre RTL: Was in der Jubiläumsshow fehlte

05.01.2014

RTL hat seine 30jährige Existenz gestern Abend mit einer etwa dreistündigen Show zelebriert. Trotzdem reichte die Zeit anscheinend nicht für einige der (meiner Meinung nach) interessanteren Geschichten. „Vergessen“ wurde:

Bezüglich „Dschungelcamp“ gab es große Verwirrung bei der Verleihung des Deutschen Comedypreises 2013:

Von 2004 bis 2012 hatte Dirk Bach zusammen mit Sonja Zietlow 6 Staffeln von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ moderiert, bevor er im Oktober 2012 verstarb. Nachdem in der 7. Staffel 2013 deshalb Daniel Hartwich seinen Platz einnahm, sollte den Moderatoren jetzt auf einmal der Deutsche Comedypreis verliehen werden.

Ob sie ihn jetzt tatsächlich zuerst nicht wollten, weil er eben auch Dirk Bach gebührt hätte, oder ob sie nur mißverstanden wurden ist nicht so ganz geklärt. Zumindest nahmen sie den Preis nicht persönlich entgegen, sondern waren nur in einer Videobotschaft zu sehen.

Siehe dazu tagesspiegel.de und rtl.de.

Bei den Shows fehlte die von 1992 bis 1999 ausgestrahlte und recht beliebte Sendung „Wie bitte?!„, in der eine kleine Gruppe von Schauspielern Probleme von Verbrauchern mit Firmen oder Behörden nachspielte. Da die Namen der Firmen genannt wurden, sorgte die Sendung auch für eine entsprechende „Motivation“ bei den Gescholtenen, das jeweilige Problem endlich zu lösen.

Moderiert wurde die Show von Geert Müller-Gerbes, zunächst Pressereferent von Bundespräsident Gustav Heinemann, dann Korrespondent für Radio und den damals neuen Privatsender RTL plus, Moderator mehrerer Politik-Sendungen auf RTL plus. Seine Seriosität brachte er auch in die Moderation von „Wie bitte?!“ ein, wohl auch ein Grund für den Erfolg der Sendung.

Im Jahr 1998 gibt Helmut Thoma die Geschäftsführung von RTL ab, Gerhard Zeiler übernimmt. Ein Jahr später wird „Wie bitte?!“ abgesetzt, einige bereits produzierte Folgen werden noch in der tiefen Nacht versendet. Gerbes meint: „RTL macht im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht mehr Fernsehen, sondern Gewinn“.

Siehe dazu spiegel.de.

Und dann natürlich die tollen Comedians:

Zum einen haben wir da Atze Schröder, der viele abmahnte oder verklagte, die es wagten, seinen richtigen Namen zu veröffentlichen. Unter anderem versuchte er, seinen Namen aus der Wikipedia verschwinden zu lassen, indem er den Geschäftsführer des Vereins Wikimedia Deutschland abmahnte.

Siehe heise.de.

Und zum anderen ist da Mario Barth, der meinte, wenn er sich den ach so tollen (und damals schon angestaubten) Spruch „Nichts reimt sich auf Uschi“ markenrechtlich schützen läßt, dürfte ihn niemand anders auf ein T-Shirt drucken.

Siehe n-tv.de.

Es gäbe sicher noch viel mehr interessante Anekdoten aus der Geschichte von RTL zu erzählen, die mir nicht bekannt sind.