Ansgar Heveling

Ansgar Heveling, 39 Jahre alt, CDU-Politiker und Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft hat einen Gastkommentar „Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!“ im Handelsblatt veröffentlicht, der bereits für einigen Wirbel gesorgt hat.

Nur ein paar Stellen daraus

Und genau dort, in den Gassen von Paris im Jahr 1789, wurde die Idee des geistigen Eigentums geboren. Welche Errungenschaft wider die geistige Leibeigenschaft des Ancien Régime!

Dazu der Wikipedia-Artikel „Guillotine„:

Guillotin beantragte am 10. Oktober 1789 die Einführung eines mechanischen Enthauptungsgeräts, um grausame und entehrende Hinrichtungsarten abzuschaffen.

Auch so eine tolle Idee?

Abgesehen davon trat das erste Urheberrechtsgesetz, die britische Statute of Anne, schon 1710 in Kraft (Quelle: Wikipedia).

Weiter bei Heveling:

Diese Idee des geistigen Eigentums sollte sich als Motor für Innovation und Entwicklung auf dem europäischen Kontinent erweisen.

Oder vielleicht auch nicht:

[Wirtschaftshistoriker] Höffner hat die frühe Blütezeit des Gedruckten hierzulande beleuchtet und kommt zu einem überraschenden Befund: Anders als in den Nachbarländern England und Frankreich habe sich in Deutschland im 19. Jahrhundert eine beispiellose Explosion des Wissens vollzogen. […] Ausgerechnet das Copyright, das die Briten bereits 1710 eingeführt hatten, ließ nach seiner Ansicht die Welt des Wissens im Vereinten Königreich veröden.

Quelle: spiegel.de

Einen ham‘ wa noch:

Aber wir sollten uns zu wehren beginnen, wenn einzelne Menschen hinter den vielen Maschinen uns unsere Lebensentwürfe vorschreiben.

Der Bundesverband Musikindustrie e.V. führt eine jährliche Studie zur Musiknutzung durch. Sie hieß früher „Brennerstudie“, jetzt „Studie zur Digitalen Content-Nutzung“ (DCN-Studie).

Aus der Pressemitteilung zur Studie 2011:

3,7 Mio. User laden in großen Mengen illegal Medieninhalte herunter

Da die Musikindustrie nicht dafür bekannt ist, bei dieser Zahl zu untertreiben, folgt, daß etwa 4,5% der Bevölkerung also schon mal einen ähnlichen „Lebensentwurf“ zu haben scheinen, bißchen viele Einzelne.

Hinzu kommen noch die, die bloß aus Angst keine illegalen Downloads durchführen und nicht etwa aus Überzeugung und natürlich die, die schlichtweg nicht bereit sind, der Rechteindustrie Teile der Meinungs- und Informationsfreiheit zu überlassen.

Nur ein Vorschlag: Herr Heveling, behalten Sie Ihr geistiges Eigentum in Zukunft doch für sich.

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