Archive for Oktober 2010

Resterampe: Indirekte Brandverletzung, mobile Parkbank, Piep

31.10.2010

Kleinigkeiten, die zu schade zum Wegschmeißen sind:

  1. Was macht man wenn man mit dem Auto zu zweit zum Autoklauen fährt und jeder der Einbrecher ein Auto klaut? Richtig, man läßt das Auto, mit dem man gekommen ist, stehen. Einem Bayreuther Autohändler fehlen jetzt ein Opel Signum und ein Opel Omega, dafür hatte er aber nach dem Einbruch einen Renault Scenic vor der Tür stehen.  (Quelle: Polizei Oberfranken)
  2. Wie schafft man es, durch einen Brand verletzt zu werden, der knapp 8 Kilometer entfernt ist? Nachdem in einem Betonwerk in Wurlitz (Ortsteil von Rehau) ein heftiges Feuer ausbrach, rückte auch die Feuerwehr in Hof aus, fuhr mit Blaulicht und Sirene bei Rot auf eine Kreuzung und kollidierte mit dem Auto eines Rentners, der den Einsatz offensichtlich nicht mitbekommen hatte. Praktischerweise lag die Kreuzung direkt neben dem Hofer Klinikum, so daß die Verletzungen des Mannes schnell behandelt werden konnten.  (Quelle: Polizei Oberfranken 1, 2)
  3. Kennen Sie den: Sieht ein Mann drei Jugendliche, die eine Parkbank schleppen. Fragt er: „Warum tragt ihr eine Parkbank durch die Gegend?“ „Damit wir uns zwischendrin mal ausruhen können“ „Ausruhen? Wovon denn?“ „Na vom Schleppen der Bank, die is‘ schwer“. Diese Unterhaltung hat es vermutlich nie gegeben, aber die drei Jugendlichen, die eine Parkbank umhertrugen, die gab es. Da ihnen das gute Stück aber nicht gehörte, mußten sie es unter den Augen der Polizei wieder an den ursprünglichen Standort zurückbringen. (Quelle: TVO)
  4. „Bei Ihnen piept’s wohl!“ „Ja, deshalb ruf‘ ich doch an“: Ein 61-jähriger Mann aus Bamberg rief die Polizei, weil er ein seltsames Piepen bei sich hörte. Auch der Mitarbeiter der Leitstelle konnte durch das Telefon den mysteriösen Ton wahrnehmen und schickte eine Polizeistreife. Die fand auch schnell die Ursache des Geräuschs: Eine Rückkopplung im Hörgerät des Anrufers. (Quelle: TVO)

Das arme BKA

03.10.2010

In einem Geheimpapier des BKA (Stempel: „VS – nur für den Dienstgebrauch„), das Welt Online vorliegt, jammert das Bundeskriminalamt, daß es durch die fehlende Vorratsdatenspeicherung viele schlimme Verbrechen nicht mehr aufklären kann.

Schuld seien, so Welt Online, hauptsächlich Streitereien zwischen Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Innenminister de Maizière (CDU), also vor allem die FDP-Ministerin, die neben einer Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung noch weitere Ideen von de Maizière blockiert.

Es ist ganz sicher nur bloßer Zufall, daß das Geheimpapier genau dann auftauchte, als die Union eine „öffentliche Kampagne“ ankündigte, um die FDP zur Zusammenarbeit bei einem neuen VDS-Gesetz zu bewegen. Und zwar mittels spektakulärer Fälle, also wohl Verbrechen wie Morde oder Verbreitung von Kinderpornographie, was zufälligerweise auch Thema des Geheimpapiers ist.

Im Rahmen dessen wird gewarnt, daß es  „blinde Flecken in der Verbrechensbekämpfung gibt. Am Mittwoch hatte bereits BKA-Chef Jörg Ziercke vor dem Innenausschuss Morde an Polizisten als Beispiel genannt.“ (Quelle: Spiegel Online)

Morde an „normalen“ Menschen können laut Ziercke also nicht durch die VDS aufgeklärt werden oder sind sie ihm einfach nicht so wichtig?

Einen netten Logikfehler findet man im Welt Online Artikel auch noch:

[Das Geheimpapier] listet zahlreiche ungelöste Kriminalfälle auf: […]. Der Grund ist jedes Mal der gleiche: Die Ermittler bekamen keinen Zugriff auf Telefon- und Internetverbindungsdaten der Täter.

Wenn die Ermittler schon wissen, wer der Täter ist (und das folglich auch beweisen können), ist Vorratsdatenspeicherung selten nötig (außer, wenn weitere Täter gefunden werden sollen). Das „Durchleuchten“ eines Verdächtigen hätte vielleicht etwas bringen können, vielleicht aber auch nicht.

Und überhaupt: Will man einer Behörde, die so inkontinent inkompetent inkontinent ist, daß ihre Geheimpapiere an die Öffentlichkeit tröpfeln, wirklich Zugriff auf die Verbindungsdaten aller Bürger geben?