Archive for September 2010

Fatales Grundrecht

23.09.2010

Zu so etwas:

Auch das strafrechtliche Prinzip „Im Zweifel für den Angeklagten“ entfaltet auf diesem Deliktsfeld [Kindesmißbrauch] nach wie vor eine fatale Wirkung.
Quelle: FAZ.net

fällt mir nur noch reine Polemik ein:

Haben Sie noch alle Latten am Zaun, Herr Deckers?

Wunschkonzert

16.09.2010

Die Bayreuther Softwarefirma LivingLogic hat am Samstag auf Burg Rabeneck in der Fränkischen Schweiz ihr Sommerfest veranstaltet und berichtet darüber auf der Seite begeisterungsmomente.de.

„Begeisterungsmomente“ ist ziemlich leicht zu begeistern, unter anderem durch das neue Logo für Oberfranken über das ich mich schon ausgelassen hatte.

Für das Sommerfest hatten sie sich unter anderem ausgedacht, daß die fast 100 Gäste Karten mit bis zu drei Wünschen an Oberfranken, Bayern, Deutschland oder die Welt schreiben, diese jeweils an einen Luftballon hängen und aufsteigen lassen. Die Luftballons waren natürlich mit dem neuen Logo verziert, damit es sich als schwer verrottbarer Restmüll über die nähere und weitere Umgebung verteilen kann.

Wesentlich unterhaltsamer ist allerdings die dem zugehörigen Bericht beigefügte PDF-Datei mit den Wünschen, die an die Ballons gehängt wurden.

Da ist für jeden was dabei, von nachvollziehbar:

besseres Wetter

WM-Titel 2014 für Deutschland

Wunsch 1 – 3: flächendeckendes Breitband-Internet

über leicht eigenartig:

Rückbesinnung auf christliche Werte und Moral in unserer Gesellschaft

es sollte mehr geschmust werden

dass während der Mittagszeit „Siesta“ möglich ist

bis sehr seltsam:

K.T. v. Guttenberg als Oberfranke Bundeskanzler

die Oberfranken bei der Arbeit wieder singen

Welt: Rückkehr aller Juden nach ISRAEL, denn dann kommt der König der Juden =
JESUS

Kleine logische Löcher (die folgenden zwei Wünsche stammen von der selben Karte):

Franken eigenes Bundesland
besseres Schulsystem in Bayern

Wenn Franken ein eigenes Bundesland wäre, warum sollte uns dann das bayerische Schulsystem kümmern?

Oder große Löcher:

Entschuldung auf einen Schlag, jeder zahlt 20.000 €

Wenn ein Hartz IV-Empfänger mal eben die Sofaritzen absucht, hat er das schnell zusammen.

Und natürlich:

neues Logo

ein neues Logo für die Dachmarke Oberfranken

Oberfranken: viele Babys, besseres Logo

DLRG antwortet (geruchsfrei)

06.09.2010

Auf eine Anfrage von mir an die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. wegen ihrer penetranten Duftsäckchen habe ich sehr schnell eine Antwort bekommen:

Laut Aussage unserer mit der Bestellung des Duftsäckchens beauftragten Partneragentur wurde das Duftsäckchen in Deutschland hergestellt, enthält biologisch abbaubares Granulat und ist nicht giftig.

Bei der Auswahl unserer kleinen Werbeartikel als Beilage zu den Spendewerbebriefen sind wir sehr darauf bedacht zu erreichen, dass diese von unseren Spendern genutzt werden können. Durch den Gebrauch der Incentives wollen wir erreichen, dass die DLRG in mehrfacher Hinsicht präsent ist. Viele unserer Give-aways haben sich im Laufe der Jahre zu sehr begehrten und gern nachbestellten Produkten entwickelt.

Bei der Wahl zugunsten des Duftsachets sind natürlich mehrere Angebote geprüft worden. Ein gewisser wahrnehmbarer Duft war im Hinblick auf die Funktionalität des Sets schon gewünscht. Allerdings werden Düfte von verschiedenen Personen auch immer unterschiedlich als angenehm oder aufdringlich empfunden, und wir sind von der starken Intensität des Endproduktes ebenso wie Sie überrascht worden.

Für die Unannehmlichkeiten möchten wir uns bei Ihnen in aller Form entschuldigen. Keinesfalls lag es in unserem Interesse, Sie durch unsere Informationspost zu belästigen.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen natürlich gern zur Verfügung.

Scheint also zumindest ungefährlich zu sein, das „Duftsachet“. Wenn man bedenkt, daß viele Dinge, die gut riechen (oder schmecken) mit Chemie vollgestopft sind, erscheint das im Umkehrschluß plausibel.

DLRG verstinkt die Post

04.09.2010

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. sendet Bitten um Spenden aus, aktuell für ihre Rettungshunde. Garniert ist der Brief mit der rührselige Geschichte von der Suche nach einem verschwundenen Alzheimer-Patienten, bei der ein Hund in eine Glasscherbe tritt:

Was dann passiert, ist nur schwer zu erklären: Trotz der Wunde und der offensichtlichen Schmerzen will der tapfere Hund sein Ziel nicht aus den Augen verlieren und gemeinsam mit den anderen Rettungshunden die Spur von Karl G. weiter verfolgen.
(Quelle: Brief der DLRG)

Aber falls das nicht reicht, dem Leser Tränen in die Augen zu treiben, hat die DLRG vorgesorgt: Bei dem Brief findet sich als „Geschenk“ ein Duftsäckchen, das gemäß Aufdruck nach Lavendel riechen soll, aber meiner Nase nach eher einen penetranten zitronenartigen Geruch absondert. So penetrant, daß die gesamte Post des Tages danach stinkt und ich mich schon sehr gewundert hatte, warum ich eine parfümierte Rechnung bekomme und ob das die Zahlungsmoral heben soll.

Das auch noch ausgerechnet mit der Geschichte des Suchhundes zu kombinieren ist die Krönung. Wäre der arme Hund mit der Nase auf so ein Duftsäckchen gekommen, wäre er vermutlich wochen- oder monatelang nicht mehr einsatzfähig gewesen.