Archive for Januar 2010

Pearl topaktuell

25.01.2010

Der Elektronik-Versender Pearl bietet in seinem neuen Newsletter:

Wie topaktuell die sind? Einfach mal Bilder ausschalten und stattdessen die sogenannte alternative Textbeschreibung ansehen:

Upps!

Furchtbarer Versender

23.01.2010

Manche Geschenke, wenn auch nett gemeint, können ziemlich nervenaufreibend werden. So ging es mir diese und letzte Woche mit einem Gutschein der Firma bayte Computertechnik GmbH in Münchberg.

Letzte Woche, Mittwoch abend: Im Onlineshop der Firma eine Digitalkamera („CANON Digital Ixus 85 IS“) und etwas Kleinkram bestellt. Auch wenn Münchberg nur knapp 20 Kilometer von Hof liegt, habe ich mich doch aus verschiedenen Gründen für einen Versand statt einer Abholung entschieden.

Letzte Woche Freitag: Bis jetzt keine E-Mail oder irgendeine Reaktion von bayte. Also selbst E-Mail geschrieben. Die prompte Antwort besagt, daß bayte zum einen gerade technische Probleme mit ihrem Online-Shop hat und die Bestellung nicht richtig übermittelt wurde, zum anderen wäre die gewünschte Kamera nicht mehr lieferbar. Als Ersatz bietet man mir eine „preisgleiche“ (das Wort merken wir uns für später) andere Kamera an („CANON Digital Ixus 95 IS“). Ich akzeptiere.

Könnte ein Grund für die technischen Probleme bei dem Shop vielleicht sein, daß sich niemand um die Wartung und Aktualisierung kümmert? Ich weiß es nicht.

Dienstag mittag: Bayte ruft an, erwischen mich nicht, sollen deshalb später nochmals anrufen.

Dienstag, gegen 16 Uhr: Bis jetzt kein weiterer Anruf von bayte, also rufe ich an: „Die Ware ist eingetroffen und zur Abholung bereit“. Abholung? Ich wollte es eigentlich zugeschickt bekommen, das habe ich bei der Bestellung und in der E-Mail vom Freitag auch klar gemacht. Nachdem ich es am Telefon nochmals wiederholte, kam die Antwort: „Das geht heute noch raus“. Fein!

Donnerstag, kurz nach 14 Uhr: Ware immer noch nicht da. Rufe bayte an, habe ein ungutes Gefühl. Die Ware sei vorgestern rausgegangen. Ich frage nach einer Nummer zur Sendungsverfolgung. Will man mir zumailen.

Um mir die Wartezeit zu verkürzen, sehe ich mich nochmal im Onlineshop von bayte um. Sie haben jetzt die Liste der Digitalkameras aktualisiert und … nanu … die „preisgleiche“ Ixus 95 ist hier jetzt 10 Euro unter dem Preis, den man mir noch am Freitag dafür mitgeteilt hatte. Ziemlich hastiger Preisverfall bei bayte.

Ich entschließe mich, das einfach zu ignorieren und nicht weiter zu erwähnen. Andernfalls hätte ich vielleicht noch einen 10 Euro Gutschein bekommen und das wäre schon an der Grenze meiner nervlichen Belastbarkeit.

Donnerstag, kurz nach 15 Uhr: Immer noch weder Ware noch Sendungsverfolgungsnummer. Ich schreibe eine E-Mail zur Erinnerung.

Donnerstag, ca. 16 Uhr: Jemand will mich anrufen, aber ich telefoniere gerade.

Donnerstag, kurz nach 16 Uhr: Bislang keine E-Mail-Antwort. Rufe wieder bayte an, der Mitarbeiter  sagt mir, er hätte schon versucht, mich vor 10 Minuten anzurufen, denn ihm sei ein Fehler passiert. Er hätte mich mit jemandem mit ähnlichem Namen verwechselt, meine Ware liege noch hier. Eine Kollegin könnte die Ware persönlich vorbeibringen. Dann verbindet er mich weiter, damit ich mit dieser Kollegin einen Termin ausmachen kann.

Donnerstag, kurz nach 19:30 Uhr: Endlich! Die Ware ist da und funktioniert sogar.

Fassen wir also zusammen: Bayte betreibt einen veralteten, fehlerhaften Online-Shop (könnte inzwischen repariert sein, aber ich bin nicht optimistisch), kann sich nicht merken, daß die Ware versandt werden soll, sichert dann die Versendung zu, läßt die Ware aber stattdessen zwei Tage kommentarlos herumliegen und erst wenn man gezielt nachbohrt, entschließt sie sich doch mal, sich um die Sache zu kümmern.

Von einem kleinen Wohnzimmer-Versender bei ebay könnte ich das vielleicht noch akzeptieren, aber wer sich mit einer langen Referenzliste von Firmen, Schulen und ein paar öffentlichen Einrichtungen als Kunden schmückt, von dem erwarte ich etwas mehr.

Soweit ich weiß, soll die Firma beim Vor-Ort-Geschäft ja durchaus in Ordnung sein, aber wenn man Versandhandel nicht zustande bringt, dann soll man es bitteschön lassen!

Im Netz der Kinderschänder?

10.01.2010

Stefan Tomik, Politikredakteur bei der FAZ, hat einen Artikel über Internetsperren geschrieben. Das hat er schon früher getan und seitdem anscheinend wenig neue Erkenntnisse gewonnen, denn auch im neuen Artikel „Im Netz der Kinderschänder“ hält er die Idee von Netzsperren noch immer für gut:

Kritiker sagen, die Sperren seien technisch leicht zu umgehen und daher unwirksam. Manche hinterfragen, ob es überhaupt einen Zusammenhang gibt zwischen dem virtuellen Bildertausch und realem Missbrauch.

Die Täter, mit denen Peter Vogt zu tun bekam, waren technisch weitgehend unbeschlagen. „Das kleine Handwerkszeug konnten sie“, sagt er. „Aber in elf Jahren haben es nur drei Täter geschafft, ihre Festplatten zu verschlüsseln.“

Festplatten zu verschlüsseln macht Arbeit und bringt ja scheinbar erst einmal nichts (solange keine Polizei vor der Tür steht) und der Anteil fauler und unvorsichtiger Menschen unter den Sammlern von Kinderpornographie dürfte genau so hoch sein wie dieser Anteil an der Gesamtbevölkerung.

Wenn man aber jemandem Hindernisse in den Weg stellt und das zu erreichende Ziel interessant genug ist, wird man sich die technischen Kenntnisse schon aneignen. Als ich Probleme mit einem tropfenden Wasserhahn und dem Schloß der Wohnungstür hatte, hat mir auch jeweils ein Blick in ein Heimwerkerbuch geholfen. Keine komplizierten Dinge, aber das ist das Umgehen der Internetsperren auch nicht.

Zudem zeigt auch die Operation „Marcy“, dass die Konsumenten der Bilder teilweise selbst Kinder missbraucht haben. 14 Kinder konnten aus sexuellem Missbrauch befreit werden, 12 Personen kamen sofort in Untersuchungshaft. Noch während der Ermittlungen springt ein Lehrer an einem Internat in Baden-Württemberg von einer Brücke in den Tod.

Unsachliche Erwiderung: Immerhin mußten sie dann die Festplatte des Lehrers nicht mehr auswerten, wieder Arbeit gespart.

Sachliche Erwiderung: Ob die Konsumenten wegen, trotz oder unabhängig von der Kinderpornographie Kinder mißbrauchten wird dadurch nicht gezeigt.

So leicht es ist, solche Bilder zu finden, so schwer ist es, ihre Strafbarkeit zu beurteilen. Nacktbilder von Kindern sind in Deutschland nicht per se verboten. […] Geschickt bewegen sich die Betreiber der Angebote am Rand der Legalität. Sie schneiden Fotos so an, dass das wahre Alter der Person zu erahnen, aber nicht sicher zu bestimmen ist. Bilder werden eingestreut, die für sich genommen nicht justitiabel sind.

Sollen da die Internetsperren helfen? Einfach mal etwas sperren, weil es auf rechtsstaatlichem Weg nicht geahndet werden kann? Tomik bringt es nicht direkt mit den Internetsperren in Verbindung, aber so ganz wird der Sinn des Absatzes an dieser Stelle sonst nicht klar.

Alvar Freude vom „Arbeitskreis Zensur“ […] schrieb ein Programm, das die Adressen der Sperrlisten aus europäischen Staaten prüft. Es beschafft sich den Quelltext dieser Seiten, aber keine Bilder, denn schon das Speichern der Fotos könnte strafbar sein. Freudes Auswertung ergab, dass die Mehrzahl der Seiten leer oder „geparkt“ war. Allerdings waren die Listen da schon bis zu mehreren Monaten alt.

Als Privatperson war Alvar Freude natürlich auf die geleakten Listen angewiesen, die mitunter schon etwas angestaubt waren.

Von 348 angeschriebenen Providern in 46 Staaten antworteten 250 binnen 12 Stunden. Zehn Provider wollen insgesamt 61 illegale Inhalte entfernt haben. Freude formulierte: „Löschen statt verstecken – es funktioniert!“ Ob und wann die übrigen 98 Provider reagierten, dokumentiert er nicht. Zudem fand eine inhaltliche Vorab-Prüfung der Seiten nicht statt.

Die inhaltliche Vorab-Prüfung hätte ihn möglicherweise vor einen Richter gebracht.

Da Privatpersonen eben nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur Überprüfung der Sperrlisten und weiterer Behauptungen zu dem Thema haben, sollten eigentlich von Seiten der Politik und der Strafverfolgung handfeste Zahlen und Fakten kommen.

Dort besteht Zugriff auf die Informationen und damit eigentlich auch die Beweislast für die Sinnhaftigkeit der Internetsperren. Mehr als ein paar Zahlen mit zweifelhafter Belastbarkeit und wolkig nebliges Gerede kam aber noch nicht.

Lange Alarmkette

09.01.2010

Hoffentlich hat sich die Geschichte nicht wirklich so abgespielt, wie ich es aus der Pressemitteilung der oberfränkischen Polizei herauslese, denn sonst wäre folgendes passiert:

An einem Dienstag um ca. 17 Uhr in der Melchior-Franck-Schule in Coburg entdeckt eine noch anwesende Schulpsychologin, daß es aus dem Lehrerzimmer heftig qualmt. Sie könnte (und sollte!) jetzt die Feuerwehr rufen.

Stattdessen trifft sie vor dem Sekretariat eine dort arbeitende Putzfrau und erzählt ihr, daß es aus dem Lehrerzimmer qualmt.

Während man noch so gemütlich plauscht, kommt der Hausmeister vorbei. Als auch dieser eingeweiht ist, daß es aus dem Lehrerzimmer qualmt, schnappt er sich … kein Telefon, sondern den Feuerlöscher. Selbst ist der Mann!

Nachdem die heftige Rauchentwicklung den Hausmeister aber zum erfolglosen Rückzug zwingt, fällt ihm ein, daß in der Turnhalle noch einige Schüler Sport treiben und es vielleicht mal Zeit wäre, die zu evakuieren und bringt sie aus dem Gebäude.

Irgendwann wurde doch noch die Feuerwehr alarmiert, die den Brand dann unter Kontrolle brachte.