Archive for April 2009

Die Natur schlägt zurück

28.04.2009

Zwei Angler hatten am Samstag den Bismarckteich geleert, um die enthaltenen Fische einzusammeln und sie später wohl dem menschlichen Verzehr zuzuführen. Das im Teich verbliebene Wasser gab einigen Fischen aber noch genug Lebensraum, um einer „Verwertung“ fürs Erste zu entgehen.

Die Angler allerdings wollten das nicht akzeptieren, wateten mit Keschern bewaffnet in die traurigen Reste des Teichs, um die Fische zu fangen und … blieben im Schlamm stecken.

Erst eine Rettungsaktion der Feuerwehr half ihnen aus ihrer Lage wieder heraus.

Quelle:  Pressemeldung der Hofer Polizei

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Galileo, das Magazin des nicht-genau-Wissens

26.04.2009

Es überrascht wohl keinen, wenn ich hier mal einen Beweis dafür bringe, wie … ähem … „wissenschaftlich genau“ bei dem Pro7 Wissensmagazin Galileo gearbeitet wird.

So gab es am Donnerstag den 22.04.09 unter anderem eine Aufklärung über 5 Mythen über Insekten, unter anderem, daß Ameisen nicht die stärksten Tiere der Welt sind.

Dabei ging man auch der Frage nach, ob Spinnen im Staubsauger überleben (im Allgemeinen nicht) und ob Zecken von Bäumen fallen (auch nicht). Einziges Problem: Spinnen und Zecken sind keine Insekten, sondern Spinnentiere.

Sowas sollte ein Wissensmagazin eigentlich wissen.

Der arme arme Poet

24.04.2009

2008 hat die Post eine Briefmarke zum 200. Geburtstag von Carl Spitzweg herausgebracht, die ich allerdings erst jetzt auf einem Brief gesehen habe. In Ermangelung von Kreativität hat man natürlich das auf die Marke gedruckt, was einem immer zuerst im Zusammenhang mit Spitzweg einfällt, nämlich sein bekanntestes Werk „Der arme Poet„, als ob der Mann nichts anderes gemalt hätte.

Hat er aber, wie sein Wikipedia-Eintrag schön zeigt.

Eine ebenfalls 2008 herausgebrachte 10 Euro Gedenkmünze zeigt, dreimal darf man raten, natürlich auch den armen Poeten. Zur Ermittlung des Motivs fand übrigens ein Wettbewerb statt, bei dem auf den dritten und vierten Platz tatsächlich Motive ohne den Poeten kamen (hier zu sehen).

Von der Leyen plant Verbot von Autofahren, elektrischem Strom und Klettergerüsten

18.04.2009

Na gut, das hat sie so nicht gesagt.

Was sie aber wörtlich so gesagt hat, ist (ARD Nachtmagazin 18.04.2009 1:00 Uhr; Videoauschnitt):

Freiheit kann niemals auf Kosten der Unversehrtheit eines Kindes oder der Menschenwürde eines Kindes gehen.

Aber wenn ihrer Aussage nach Freiheit nie auf Kosten der Unversehrtheit eines Kindes gehen darf, müssen entsprechend die Freiheiten Auto zu fahren, Strom zu nutzen und Kinder auf Klettergerüste zu schicken eliminiert werden (neben vielen anderen), da durch all diese Dinge schon Kinder verletzt oder getötet wurden und möglicherweise auch weiterhin werden.

(Aufmerksam auf das Nachtmagazin wurde ich hier).

Waffenfrei Amok laufen

09.04.2009

Nach dem Amoklauf von Winnenden zeigen nun einige aufgeschreckte Behördenvertreter, wie man auch waffen- und gewaltfrei Amok laufen kann und zwar so gewaltfrei, daß selbst Waffen aus Schaumstoff als bedrohlich betrachtet werden.

So planten einige Jugendliche in der Jugendfreizeitstätte Hombruch ein LARP („Live Adventure Roll Play”), um sich, ganz real, ohne Computer, als „Tremonias Erben“ in einem mittelalterlichen Rollenspiel zu treffen, mitunter auch zu kämpfen (mit besagtem Schaumstoff), aber vor allem um Spaß zu haben.

Nachdem viel Zeit und Arbeit in die Vorbereitung investiert worden war, entschied das Jugendamt Dortmund als Betreiber der JFS Hombruch, das „Konzept noch einmal auf den Prüfstand“ stellen zu wollen und sagte die Veranstaltung ab. Die Rollenspieler sind entsprechend geknickt.

Zugegeben, so ein Jugendamt hat es nicht leicht. Wenn sie sich nicht kümmern und ein Kind stirbt, sind sie schuld und wenn sie eingreifen spricht man oft von Behördenwillkür.

Aber wenn eine Veranstaltung zum dritten Mal stattfinden soll und nach den ersten beiden Rollenspielen in den Oster- und Herbstferien 2008 offensichtlich nichts passiert ist, ist kein Grund für eine derart hektische Reaktion gegeben.

Außer natürlich, daß man der Öffentlichkeit suggerieren wollte, wachsam zu sein.

Quelle: Der Westen, via Netzpolitik

Die Polizei, Dein Freund und … Rechtsexperte?

08.04.2009

Die Polizeidirektion Hof hat eine Pressemitteilung herausgegeben, die so beginnt:

Graffiti-Serie geklärt – Eltern haften!

TÖPEN, LKR. HOF. Zwei Jungs im Alter von elf und zwölf Jahren richteten durch Graffitisprühen einen Schaden von 2500 Euro an. Die Eltern müssen jetzt dafür aufkommen.

Das wohlbekannte „Eltern haften für ihre Kinder“ gilt aber in Wahrheit nur eingeschränkt, je nach dem, wie alt die Kinder schon sind.

Ich bin kein Jurist, aber beispielsweise die Bahn ist anderer Ansicht als die Hofer Polizisten:

Eltern haften in der Regel nicht für Schäden, die ihre Kinder durch Sprayen oder durch Beschädigen verursacht haben.

Ebenso die Berliner Polizei:

Die Eltern haften nur für ihre Kinder, wenn eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachgewiesen werden kann.

Unsere Hofer Polizisten sollten sich also mit der Einschätzung der Rechtslage etwas zurückhalten.

Update (23.04.09):

Nach einer Anfrage von mir hat man den Text jetzt leicht verändert.