Archive for November 2008

Sueddeutsche.de hat’s am Kopf

25.11.2008

Eigentlich eine sinnvolle Idee, die in einem Artikel auftauchenden Personen, Orte und Stichworte zu verschlagworten, so daß man danach suchen kann.

Anscheinend macht bei sueddeutsche.de das Redaktionssystem das aber ziemlich selbständig, ohne daß der Autor oder sonst jemand da nochmal draufkuckt.

Darum tauchen für den Ort „Am Kopf“ auch fünf Einträge auf:

  1. Zu Spätabtreibungen, bei denen z. B. ein behindertes Kind eine Wasseransammlung am Kopf hat
  2. Zu Leichtathletik, bei der die schlechte Leistung einer Hammerwerferin am Kopf gelegen hat
  3. Zum Tauchen im Langwieder See, bei dem es am Kopf am kältesten ist
  4. Zu einer Operation an siamesischen Zwillingen, wobei am Kopf zusammengewachsene äußerst selten sind
  5. Eine Bilderstrecke über Leute, die am Kopf eine Mütze tragen

Quad kontra Wildschwein

22.11.2008

Den Titel habe ich aus einer Pressemeldung der Hofer Polizei.

Wenn ich so eine Überschrift sehe, frage ich mich natürlich sofort, wer gewonnen hat.

Antwort: Das Wildschwein. Während der Quad-Fahrer auf die Straße fiel und leicht verletzt wurde, ist das Tier(laut Polizeibericht ein weibliches) offenbar unverletzt seiner Wege gezogen.

Warum keine Regenschirme?

17.11.2008

Seit einiger Zeit läßt sich der Hamburger Verfassungsschutz alle Info-Stände melden, die von Parteien, Kirchen oder einzelnen Bürgern aufgestellt werden. Nachdem das jetzt bekannt wurde, gibt es verständlicherweise Proteste, die das Ende dieses Vorgehens fordern.

Verfassungsschutz-Präsident Heino Vahldieck sagte dazu gegenüber dpa:

Es gibt auch Leute, die sich als Bürgerinitiative organisieren, aber trotzdem extremistische Bestrebungen unterstützen.

Vor vielen Jahren hat ein Adliger einen Kameramann mit einem Regenschirm verprügelt.

Daraus folgt: Es gibt auch Leute, die sich Regenschirme kaufen, aber trotzdem sie als Waffen einsetzen.

Wann läßt sich der Hamburger Verfassungsschutz also endlich alle Käufer von Regenschirmen melden?

[via]

Wissen ist Sicherheit

13.11.2008

Mehrere Jahre lag ein Artikel des Journalisten Burkhard Schröder mit dem Titel „Rezepturen diverser Explosivstoffe“ schon im Internet herum.

Dann kam der April 2008 und das Waffengesetz wurde geändert, danach kam lange Zeit nichts.

Dann kam der 11. November und mit ihm die Polizei, führte eine Hausdurchsuchung bei Schröder durch und beschlagnahmte seinen Arbeitsrechner.

Gestützt war die Durchsuchung auf die §§ 40 und 52 des Waffengesetzes, wonach es verboten ist, zur Herstellung bestimmter Gegenstände (auch Bomben) anzuleiten.

Nach Schröder soll es sich nur um einen theoretischen Text gehandelt haben. Der Artikel selbst ist nicht mehr abrufbar. Auch ist merkwürdig, was Polizei und Staatsanwaltschaft auf einem zuhause stehenden Rechner finden wollen, wenn die angeblich gefährliche Bastelanleitung auf einem Internetserver liegt.

[via]

Überhaupt halte ich es für falsch gegen Bombenbauanleitungen im Internet vorzugehen. Zumindest dann, wenn man Schäubles Angstrhetorik von einer ständig drohenden Terrorgefahr tatsächlich glaubt.

Und das geht so:

Jeder Mensch ist jederzeit in der Gefahr, durch äußere Umstände oder eigene gesundheitliche Probleme in eine medizinische Notsituation zu geraten. Dann ist nicht immer ein Arzt oder Sanitäter schnell genug zur Stelle.

Daraus zog man die sinnvolle Konsequenz, daß jeder, der den Führerschein macht, auch einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen muß. Unabhängig davon werden solche Kurse auch ständig angeboten und beworben, damit dann im Notfall sofort eine Erstversorgung durch kundige Passanten möglich ist.

Nimmt man nun Schäuble ernst, dann ist die Bedrohung durch einen terroristischen Anschlag ebenso allgegenwärtig. Experten, die sich mit den verwendeten Mitteln zur Anschlagsdurchführung (Bomben, Giftgas, etc.) auskennen, sind aber rar gesät und deshalb meist nicht sofort zur Stelle.

Klar ist natürlich, daß man im Ernstfall von einer Bombe oder ähnlichem so schnell wie möglich Abstand gewinnen sollte. Aber es kann Fälle geben, bei denen das nicht möglich ist, zum einen durch räumliche Enge in einem Bus oder einer U-Bahn, zum anderen, weil die Lage oft unklar ist und man nicht bei jedem komisch dreinblickenden Fahrgast, der einen Zug betritt, gleich die Notbremse ziehen kann.

Da wäre es doch besser, man hätte das nötige Grundwissen, um z. B. zu erkennen, ob das, was der Mann in der Hand hält, zum Zünden eines umgeschnallten Sprengstoffgürtels dient oder nur ein MP3-Player ist und ob das Zeug in der herrenlose Tasche, an der man gerade vorbeikommt eher nach Bombe aussieht oder nach Zutaten für einen Gemüseeintopf.

Analog der Ersten Hilfe bei medizinischen Problemen wäre dann eine Erste Hilfe bei möglichen Terrorbedrohungen durch ein der Bevölkerung allgemein zugängliches Grundwissen zum Thema möglich.

Problem dabei ist nur, daß eben das Wissen zur Bombenerkennung (und eventuell -entschärfung) gleichzeitig als Wissen zum Bombenbau benutzt werden kann und umgekehrt und man sich durch Verbreitung oder Interesse an solchen Informationen schnell verdächtig oder gar strafbar machen kann.

Fazit: Wenn genügend Bundesbürger das nötige Wissen zum Bombenbau (und damit auch Bombenabbau) besitzen würden, wären wir vor erfolgreichen Terroranschlägen wesentlich sicherer.

Innen und außen

08.11.2008

Natürlich will man eine Pressemeldung nicht zu lang gestalten. Heutige Journalisten haben nicht mehr die Zeit, so etwas zu lesen. Außerdem wird aus einer einfachen Verhaftung sowieso meist nur eine winzige Meldung irgendwo versteckt im Lokalteil.

Trotzdem hätten Bayreuther Polizei und Staatsanwaltschaft in der gemeinsamen Presseerklärung das sinnentstellende Kürzen den Zeitungsmachern überlassen sollen:

Aufgrund seines Erscheinungsbildes und seines sehr nervösen Verhaltens bestand der Verdacht, dass der 25-Jährige unter Drogeneinfluss stand. Eine Durchsuchung bestätigte die Vermutungen der Beamten.

Neuerdings werden bei Durchsuchungen also auch Blut und innere Organe unter die Lupe genommen.