Kreationismus in Hessen?

Hessens Kultusministerin Karin Wolff hat angeregt, Schöpfungslehre und Evolutionstheorie in der Schule miteinander in Verbindung zu bringen, auch im Biologieunterricht:

Was aber sei wichtiger als die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Ursprung des Seins? „Solche Fragen müssen in der Schule nicht nur zugelassen, sondern provoziert werden“, sagt Frau Wolff.

Es ist zwar richtig, daß die Naturwissenschaft hier keine gute Antwort geben kann und das sollte man auch offen ansprechen, aber es ist Wesen der Naturwissenschaft (und damit auch des naturwissenschaftlichen Unterrichts) solche Lücken nicht mit religiösen oder philosophischen Theorien zu füllen, die man nicht beweisen oder widerlegen kann. Wenn eine Lücke da ist, dann ist sie eben einfach da, solange bis sie eventuell durch gesicherte Erkenntnisse geschlossen oder zumindest verkleinert werden kann.

Was nun die Entstehung der Arten im Besonderen angeht, so gibt es gar keine relevanten Lücken. Die Evolution ist bewiesen, Punkt.

Allenfalls könnte man noch spekulieren, ob ein höheres Wesen alle Spuren seiner Schaffenstätigkeit vernichtet hat, um sie durch Beweise für die Evolution zu ersetzen. Da diese Idee aber eben weder bewiesen noch widerlegt werden kann, ist sie als naturwissenschaftliche Theorie nicht zu gebrauchen.

Kultusministerin Wolff hat sich zwar von den Ideen der Kreationisten distanziert, aber irgendwie will sie doch religiöse Gedanken in den Biologieunterricht einfließen lassen. Es ist jedoch nur dessen Aufgabe, zu beschreiben, wie der Mensch entstanden ist. Die Frage, ob es einen tieferen Sinn hat, daß er da ist, gehört dort nicht hin.

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