Sprachlos

Die Telekom hat ein Verfahren entwickelt, eine Person anhand der Stimme über Telefon zu identifizieren. Damit sollen Paßwörter und PIN-Codes überflüssig werden, elektronisches Einkaufen wäre viel leichter.

Auch abgesehen von den Problemen bei Heiserkeit oder Kettenrauchern scheint mir die Sache nicht richtig sicher zu sein.

Zum einen soll das System nämlich sowohl über Handy als auch Festnetz funktionieren. Wer schon mal mit jemandem über Handy und Festnetz telefoniert hat, weiß vielleicht, daß dieselbe Stimme dabei recht unterschiedlich klingen kann. Das System muß also entsprechend tolerant eingestellt sein. Je toleranter es ist, desto eher ist es auch zu täuschen.

Zum anderen genügt zur Identifizierung das Nachsprechen einiger Zahlen. Sobald man also von jemandem eine Aufzeichnung hat, in der er alle nötigen Teile spricht („fünf“, „unddreißig“, „drei“, „zehn“), sollte der Mechanismus zu überlisten sein.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat für „VoiceIdent“ ein Sicherheitszertifikat ausgestellt. Das könnte im schlimmsten (Streit-)Fall eine faktische Beweislastumkehr bedeuten. Dann muß ich auf einmal beweisen, daß ich die zwei Tonnen Hundefutter nicht bestellt habe.

(via Handakte)

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