Archive for Februar 2007

Sohn der Stadt?

12.02.2007

Wie unsere Regionalzeitung Frankenpost berichtet, ist die Stadt Hof wenig erfreut über ihren Wikipedia-Eintrag. Darin steht nämlich unter „Persönlichkeiten“/“Söhne und Töchter der Stadt“ auch Karl Fritsch, Gründer der NSDAP Ortsgruppe in Hof, dann sächsischer Innenminister zu Hitlers Zeiten und folgerichtig ein Nationalsozialist. Versuche, ihn aus der Liste zu entfernen blieben erfolglos, er taucht immer wieder auf.

Es ist verständlich, daß die Stadt lieber mit positiven, werbeträchtigen Namen auffallen möchte, aber ein ehemaliger sächsischer Innenminister ist nunmal wichtig, also eine Persönlichkeit und als geborener Hofer war er auch ein Sohn dieser Stadt. Ganz nüchtern betrachtet (und so sollte die Wikipedia betrachtet werden) gehört er also durchaus in diese Liste.

So emotionslos hat es die Frankenpost allerdings nicht gesehen, wenn sie schreibt:

„Internetseite führt NS-Politiker als großen Hofer“
„Karl Fritsch […] hat sich warum auch immer in die Reihe der geehrten Hofer gemogelt.“

Davon, daß er als groß oder geehrt bezeichnet würde, ist in der Wikipedia nichts zu sehen.

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Sprachlos

10.02.2007

Die Telekom hat ein Verfahren entwickelt, eine Person anhand der Stimme über Telefon zu identifizieren. Damit sollen Paßwörter und PIN-Codes überflüssig werden, elektronisches Einkaufen wäre viel leichter.

Auch abgesehen von den Problemen bei Heiserkeit oder Kettenrauchern scheint mir die Sache nicht richtig sicher zu sein.

Zum einen soll das System nämlich sowohl über Handy als auch Festnetz funktionieren. Wer schon mal mit jemandem über Handy und Festnetz telefoniert hat, weiß vielleicht, daß dieselbe Stimme dabei recht unterschiedlich klingen kann. Das System muß also entsprechend tolerant eingestellt sein. Je toleranter es ist, desto eher ist es auch zu täuschen.

Zum anderen genügt zur Identifizierung das Nachsprechen einiger Zahlen. Sobald man also von jemandem eine Aufzeichnung hat, in der er alle nötigen Teile spricht („fünf“, „unddreißig“, „drei“, „zehn“), sollte der Mechanismus zu überlisten sein.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat für „VoiceIdent“ ein Sicherheitszertifikat ausgestellt. Das könnte im schlimmsten (Streit-)Fall eine faktische Beweislastumkehr bedeuten. Dann muß ich auf einmal beweisen, daß ich die zwei Tonnen Hundefutter nicht bestellt habe.

(via Handakte)

Von den Socken

07.02.2007

Früher Vize-Verteidigungsminister der USA, heute Weltbankchef: Paul Wolfowitz ist als Hardliner bekannt, jetzt auch gegen sich selbst.

Beim Besuch einer Moschee während eines Türkeiaufenthalts mußte Wolfowitz seine Schuhe ausziehen und präsentierte dabei seine löchrigen Socken, aus denen beide Zehen herausragten.

Kurz darauf zeigte sich seine Knausrigkeit nochmals, als er beim Einkaufen im Basar nicht genug Geld hatte, um Schmuck für seine Töchter zu kaufen. Er mußte sich Geld von seinen Leibwächtern leihen.

Zu lesen ist die Geschichte unter anderem hier.