Archiv für die Kategorie ‘Internet’

Schlechtes TÜV-Timing bei GMX

31.10.2009

Heute nacht hat der E-Mail-Provider GMX an mich (wie alle FreeMail-Kunden) seinen üblichen Newsletter geschickt, diesmal mit der Überschrift: „Sicherheit mit TÜV-Siegel!“

Darin steht (mit Verweis auf diese Seite):

Unser Tipp: Hinterlegen Sie Ihre Zugangsdaten in der „Login-Zentrale“ des GMX Navigators. Dass sie dort sicher aufgehoben sind, hat jetzt der TÜV Rheinland nach umfassenden Tests bestätigt. Und Sie brauchen sich nur noch ein einziges Passwort zu merken: Das zu Ihrem GMX Account. So hat der Passwort-Spuk schnell ein Ende.

Mir sind zwar keine Sicherheitslücken bei GMX bekannt und bei Libri.de war es auch der TÜV Süd, der das Safer-Shopping Zertifikat erteilt hat, aber angesichts dessen ist das Timing von GMX rein PR-technisch sehr ungünstig.

 

Vodafone sperrt freie DNS-Server

01.10.2009

Bereits seit Juli leitet Vodafone in seinem UMTS-Netz Zugriffe auf fremde DNS-Server auf seine eigenen Server um, die bald zensiert sein werden. Die Zensur ist gesetzlich vorgeschrieben, die Umleitung des DNS-Verkehrs nicht, möglicherweise ist sie nicht einmal legal.

Da weiß man endgültig, was Vodafone von der Generation Upload wirklich hält.

Praktische Hilfe zum Umgehen des Problems findet sich z. B. bei zdnet.de.

Vor vielen Jahren kamen die CDs auf den Markt.
Dann wurden legal und illegal Kopien davon gemacht.
Dann kamen CDs mit Kopierschutz auf den Markt.
Dann wurde der Kopierschutz umgangen und weiter Kopien gemacht.
Dann fiel der Politik keine bessere Lösung ein, als das Umgehen zu verbieten.

Was das mit den Internetsperren zu tun hat? Hoffentlich nichts!

Die verzweifelte Suche nach dem Kinderporno-Land

12.07.2009

Als Argument für die Internetsperren dient ja immer wieder die Behauptung, es gäbe Länder, in denen die Löschung von Kinderpornografie schwierig bis unmöglich sei. Sobald aber konkret ein Land genannt wird, gehen unsere Politiker baden.

Da war zunächst  Martina Krogmann, Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die Mitte Juni in einer Diskussion im Radio sagte:

Uns geht es um die pornographischen Inhalte in Ländern in denen Kinderpornographie eben nicht geächtet ist und auch nicht konsequent bestraft wird und deshalb auch nicht gelöscht wird. [...] weil wir eben für Dinge, die auf einem Server beispielsweise in Kasachstan liegen, da haben wir keinen Zugriff drauf.

(Quelle: netzpolitik.org)

Nur leider stimmt das mit Kasachstan nicht.

„Alles muß man selber machen“, dachte sich vielleicht Frau von der Leyen nun und sprach bei Radio Sputnik im MDR:

Und das zweite entscheidende Ziel muss sein, die Quelle löschen auf dem Server, da wo sie sind. Aber, da gerät man an seine  Grenzen, wenn der Server z.B in Indien steht. Ein hochkompetentes Land, was Computertechniken angeht, aber ein Land, das keinerlei Form von Ächtung von Kinderpornografie hat – da können sie nicht mehr löschen.

Ausschnitt / Gesamte Sendung

Aber auch das war ein Fehlgriff.

To be continued?

Kleiner Tip: Bessere Chancen hätten sie vielleicht mit „Taka-Tuka-Land“, „Königreich Far Far Away“ oder „Bordurien“.

Internetsperren umgehen und kriminelle Energie

11.07.2009

Es war in der Diskussion über die Internetsperren von seiten verschiedener Politiker ja schon öfter zu lesen, als Beispiel greife ich hier mal eine Pressemeldung von Sascha Raabe (SPD):

Raabe ist sich durchaus bewusst, dass mit krimineller Energie die Sperre im Netz zu umgehen ist

Aber es ist eben keine besondere kriminelle Energie und für computertechnisch weniger Geübte nur eine kurze Einarbeitung nötig, um diese Sperren zu umgehen.

Was anscheinend viele Politiker nicht zu wissen scheinen: Die Umgehung der sogenannten DNS-Sperren ist ein einmaliger Vorgang, der passieren kann, lange bevor der Nutzer ein Stoppschild zu Gesicht bekommen würde.

Es ist eben nicht so, daß jemand auf ein Stoppschild stößt, dann Maßnahmen zur Umgehung einleitet und das bei jedem neuen Stoppschild wiederholen muß. Anscheinend ist das aber die Vorstellung vieler Unkundiger.

Herfried Münkler: Einerseits, andererseits, … dritterseits?

20.06.2009

Herfried Münkler, Politikprofessor an der Humboldt-Universität Berlin hat bereits vor einigen Tagen in Frankfurter Rundschau eine Kolumne mit dem Titel „Netz-Anarchos und trojanische Pferde“ veröffentlicht.

Die Kolumne wurde bereits zerpflückt, z. B. von netzpolitik.org.

Allerdings hat der Professor als Reaktion auf die Kritiken inzwischen eine neue Kolumne geschrieben: „‘Hier ist Ideologie im Spiel’„, aber viel zu retten war dadurch  auch nicht.

Für den richtigen Zusammenhang fange ich nochmal bei der ersten Kolumne an:

Es ist eine eigentümliche Schar, die sich unter dem Banner der Netzfreiheit versammelt hat. Einerseits kriminelle Geschäftemacher, die das Internet benutzen, um verbotene Produkte an den Mann zu bringen, und andererseits ein Ensemble von Freiheitskämpfern, die ihre anarchistischen (kein Staat!) oder kommunistischen Ideen (kein Eigentum) in der virtuellen Welt des Internets realisieren wollen.

Und jetzt wird die Sache kompliziert. Nach meiner Interpretation ist die „eigentümliche Schar“ mit dem „Einerseits“ – „andererseits“ komplett beschrieben. Sowas wie ein „dritterseits“ gibt es eben nicht. Und daß sich neben der eigentümlichen Schar noch andere „unter dem Banner der Netzfreiheit versammelt“ hätten, ist auch nicht erkennbar.

Der Professor sieht es in seiner zweiten Kolumne anders:

3. Einige haben sich beklagt, ich hätte sie als kriminelle Geschäftemacher oder als Anarchisten bzw. Kommunisten bezeichnet. Keineswegs. Man muss richtig lesen: Was ich aufgeführt habe, sind die Extreme derer, die sich unter der Fahne der Netzfreiheit versammelt haben; mitnichten sind damit alle gemeint.

Das geht aus der Formulierung wie dem Zusammenhang deutlich hervor.

Er hätte ruhig noch eine Schippe Deutlichkeit nachlegen können.

1. Mehrfach wurde erklärt: Wenn es bloß um das Verbot von Kinderpornografie gehe, so reichten dafür die bestehenden Gesetze aus, denn schließlich sei Produktion wie Konsum kinderpornografischer Bilder unter Strafe gestellt, und die gelte am Kiosk wie im Netz. Das ist richtig. Der Einwand übersieht freilich, dass die Formen der Verbotsdurchsetzung sich am Kiosk und im Netz voneinander unterscheiden, ebenso im Übrigen wie die Peinlichkeitsschwellen und die Befürchtung, als Konsument erwischt und zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Die Gefahr, erwischt zu werden, ist am Kiosk wesentlich geringer, da man hier mit Bargeld zahlen kann, das kaum rückverfolgbar ist, im Internet kommt meist eine Kreditkarte zum Einsatz. Auch ist es vermutlich weniger peinlich, an irgendeinem Kiosk, an dem man unbekannt ist, verhaftet zu werden,  als zuhause, wo man den Nachbarn noch ein wenig Unterhaltung bieten kann.

Eine Rechtsordnung ist nur dann verhaltenssteuernd, wenn mit ihrer strafbewehrten Durchsetzung gerechnet werden muss.

Stimmt, aber ob Pädophile sich extrem bestraft fühlen, wenn sie bei jedem Klick befürchten müssen, durch das Rot eines plötzlich aufflackernden Stopschilds einen furchtbaren Schreck zu bekommen (falls sie die Sperre nicht sowieso umgehen)?

Nun ein netter rhetorischer Trick: Zuerst etwas Allgemeines, dem man zustimmen kann:

Technologische Veränderungen in den Fortbewegungs- wie Kommunikationsmöglichkeiten der Menschen ziehen neue Regulationserfordernisse nach sich.

Dann machen wir einen kleinen Satz ins Spezielle:

Es erstaunt, dass das, was sonst selbstverständlich ist, nicht gelten soll, wenn es um das Internet geht.

Und jetzt hoffen wir mal, daß kein Leser den logischen Graben zwischen Regulationserfordernissen an sich und der (fehlenden) Erfordernis der Internetsperren bemerkt hat bzw. die umgekehrte Verallgemeinerung, daß Ablehnung der Sperren gleich der Ablehnung gesetzlicher Regelungen sei.

Man muss freilich ein wenig Vertrauen in die Ordnung des Rechtsstaates haben. Im Übrigen gilt: Wer dem Rechtsstaat misstraut, überantwortet sich der Macht des globalen Imperiums, das über seine Satelliten und Programme sehr wohl in der Lage ist, Internetkommunikation zu kontrollieren. Aber das ist ein anderes Thema.

Was damit gemeint ist, kann man durch einen Vergleich meiner Überlegungen in „Imperium. Die Logik der Weltherrschaft“ (Berlin 2005) mit denen von Hardt und Negri in „Empire“ (Frankfurt/New York 2002) erkennen: der Schein der Freiheit verleitet dazu, eine leichte Beute für übermächtige Akteure zu werden.

Vielleicht tue ich Herrn Münkler ja unrecht, aber „Macht des globalen Imperiums“ klingt ein bißchen nach Weltverschwörungstheorie (oder Star Wars). Vielleicht wollte er aber nur Werbung für sein Buch machen, dessen Titel er allerdings nicht mehr genau kennt, denn es heißt „Imperien. Die Logik der Weltherrschaft„.

Meine Überlegung lautet vielmehr, dass es extrem heterogene Interessen und Werte sind, die sich hier zum gemeinsamen Kampf verbündet haben.

Meine Frage lautet, ob das den Betreffenden klar ist. Ob sie sich auf eine Logik einlassen wollen, wonach der Feind meines Feindes mein Freund ist?

Es ist durchaus klar, daß vermutlich auch einige Pädophile die Petition gegen Internetsperren mitgezeichnet haben, aber das ändert an den rationalen Argumenten gar nichts und diese Menschen werden deswegen auch nicht als Freunde betrachtet.

Wenn ab nächster Woche die NPD gegen Falschparker demonstrieren würde, sollte die Regierung dann sämtliche Parkverbote aufheben, damit sie sich nicht zum „Freund“ der Rechten macht?

Letzter Tip für die SPD

19.06.2009

Das Gesetz zu Internetsperren ist durch den Bundestag. Zunächst mal bin ich niedergeschlagen, aber immerhin das gibt einem etwas Hoffnung für die Zukunft.

Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen, was nicht von anderen schon dazu gesagt worden wäre, z. B. beim Aufsammeln einiger Scherben Kurzmitteilungen von gestern.

Nur noch ein kleiner Tip für die SPD:

Stellt alle Aktivitäten des Online-Wahlkampfs ein. Nach der gestrigen Abstimmung wären die reine Geldverschwendung.

Neuer Grund für Internetsperren: Polizeiliche Inkompetenz

06.06.2009

Nachdem die Behauptung von Ursula von der Leyen, die Hälfte der Staaten dieser Welt würden Kinderpornographie nicht (ausreichend) verfolgen immer löchriger wird, vor allem wenn man sie mit den realen Sperrlisten und deren Länderverteilung vergleicht, hat man jetzt eine neue Begründung der Sperrung ausländischer Webseiten gefunden:

Der Dienstweg vom BKA über die ausländischen Polizeibehörden bis zur Entfernung der Seiten sei zu lang.

In einer Antwort auf Abgeordnetenwatch erklärt die Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Fraktion, Dr. Martina Krogmann:

Etwas anders sieht es mit Inhalten auf ausländischen Servern aus: Hier tritt das Bundeskriminalamt aus Achtung vor der Souveränität der Staaten als deutsche Polizeibehörde nicht direkt an die in diesen Staaten ansässigen host-provider heran, sondern informiert die jeweiligen Polizeibehörden über die dafür vorgesehenen internationalen Organisationen. Dieser Weg nimmt einige Zeit in Anspruch. Da die fraglichen Seiten oft nur einige Tage ihre Domain behalten, ist es hier in vielen Fällen unter dem Gesichtspunkt der Prävention praktikabler, sie zu sperren – sonst erreicht die Information sogar kooperationswillige host-provider erst dann, wenn die Seite schon weitergewandert ist.

Kurz gefaßt heißt das also: Eine negative Seite des Internets wird mit einer sinnlosen und gefährlichen Maßnahme bekämpft, weil das BKA nicht willens oder fähig ist, eine positive Seite, nämlich die direkte und schnelle weltweite Kommunikation, für sich zu nutzen und die Provider direkt zu informieren. (Presseerklärung des AK-Zensur zu diesem Klopper).

Von der Leyen spielt Schattenboxen

18.01.2009

Kinderpornographie (oder allein das Wort „Kinderpornographie“) hat auf Pädophile und die meisten Nicht-Pädophilen einen ähnlichen Effekt: Es treibt den Blutdruck hoch und schaltet das Hirn ab.

Ein ideales Thema also, damit Familienministerin Ursula von der Leyen (zusammen mit Wirtschaftsminister Glos und Innenminister Schäuble) den Anschein erwecken kann, sie würde tatsächlich etwas dagegen machen und noch dazu richtig.

Man scheint dazu einigen Journalisten eine kleine Kostprobe geliefert zu haben, eben mit der Hoffnung auf eine Hirnabschaltung bei ihnen und vor allem bei ihren Lesern:

Berlin (dpa) – Brutale Vergewaltigungen von Kindern vor laufenden Kameras, per Internet-Mausklick zu «Extrem-Orgien» Minderjähriger, ganz kleine Mädchen, die sich nackt anbieten: Die Beispiele, die Familienministerin Ursula von der Leyen und Kriminalisten präsentierten, schockten die Betrachter.

(Quelle: sueddeutsche.de)

So will die Ministerin noch in dieser Legislaturperiode (also bis Herbst) die sieben größten Internetprovider dazu verpflichten, eine vorgegebene Liste von Webangeboten zu sperren, die Kinderpornographie enthalten. Angeblich soll diese Behinderung des Konsums von Kinderpornographie die Produktion ebendieser reduzieren und damit weniger Kindern Leid zufügen.

Die Sache hat nur ein paar winzig kleine Haken:

  1. Die Sperre kann auf vielfältige Weise unterlaufen werden.
  2. Die Infrastruktur, die für die Filterung aufgebaut wird, kann später zur Zensur anderer Inhalte verwendet werden. Einige Ideen, was man sonst so sperren könnte, liefert z. B. Thomas Knüwer. Ein praktisches Beispiel, das ich aus den dortigen Kommentaren habe, zeigt die Sperrung von Matti Nikki (Englisch) in Finnland, anscheinend weil er Links zu Seiten veröffentlichte, die Links zu Seiten veröffentlichten, die nach Meinung der finnischen Regierung Kinderpornographie enthalten.
  3. Es ist, soweit ich weiß, nur eine Vermutung, daß eine solche Sperrung die Produktion von Kinderpornographie reduziert. Nochmals sueddeutsche.de: „Denn die ersten skandinavischen Erfahrungen zeigen: Bei weniger Nutzern sinkt die Zahl der Neuproduktionen – und das heißt weniger missbrauchte Kinder.
    Korrelation ist nicht Kausalität, letztere bleibt noch zu beweisen.
  4. Kinderpornographie ist erst dann wirklich Kinderpornographie, wenn ein Richter das in einem Gerichtsverfahren entschieden hat. Gesperrt wird also größtenteils mutmaßliche Kinderpornographie, die von der Leyen aber für rechtlich „klar abgrenzbar“ hält.
  5. Was gesperrt wird, entscheidet das BKA.

Der Punkt ist (und das klingt jetzt hart), daß Verbreitung und Konsum von Kinderpornographie, isoliert betrachtet, eigentlich kein echtes Problem darstellen und unwichtig sind. Wichtig und zu bekämpfen sind die Produktion und die Gefahr, daß Pädophile durch den Konsum zu Kindesmißbrauch angeregt werden könnten.

Gegen die Produktion (die meistens außerhalb Deutschlands stattfindet) wäre außenpolitischer Druck auf die Länder der Hersteller angebracht, gegen Kindesmißbrauch durch Konsumenten sind Beratungsstellen und Therapieangebote das geeignete Mittel.

Was dagegen von der Leyen hier betreibt ist ein bißchen Schattenboxen, das für die Kinderpornoindustrie ein paar Unannehmlichkeiten und für die Demokratie in Deutschland einen schweren Schaden bedeuten kann.

Kinderpornographie ist widerwärtig, aber wie widerwärtig ist es erst, Kinderpornographie zu instrumentalisieren, um politische Ziele wie Erhalt und Ausbau von Macht zu erreichen oder einfach nur um die Beliebtheit in der Bevölkerung zu steigern?

Wissen ist Sicherheit

13.11.2008

Mehrere Jahre lag ein Artikel des Journalisten Burkhard Schröder mit dem Titel „Rezepturen diverser Explosivstoffe“ schon im Internet herum.

Dann kam der April 2008 und das Waffengesetz wurde geändert, danach kam lange Zeit nichts.

Dann kam der 11. November und mit ihm die Polizei, führte eine Hausdurchsuchung bei Schröder durch und beschlagnahmte seinen Arbeitsrechner.

Gestützt war die Durchsuchung auf die §§ 40 und 52 des Waffengesetzes, wonach es verboten ist, zur Herstellung bestimmter Gegenstände (auch Bomben) anzuleiten.

Nach Schröder soll es sich nur um einen theoretischen Text gehandelt haben. Der Artikel selbst ist nicht mehr abrufbar. Auch ist merkwürdig, was Polizei und Staatsanwaltschaft auf einem zuhause stehenden Rechner finden wollen, wenn die angeblich gefährliche Bastelanleitung auf einem Internetserver liegt.

[via]

Überhaupt halte ich es für falsch gegen Bombenbauanleitungen im Internet vorzugehen. Zumindest dann, wenn man Schäubles Angstrhetorik von einer ständig drohenden Terrorgefahr tatsächlich glaubt.

Und das geht so:

Jeder Mensch ist jederzeit in der Gefahr, durch äußere Umstände oder eigene gesundheitliche Probleme in eine medizinische Notsituation zu geraten. Dann ist nicht immer ein Arzt oder Sanitäter schnell genug zur Stelle.

Daraus zog man die sinnvolle Konsequenz, daß jeder, der den Führerschein macht, auch einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen muß. Unabhängig davon werden solche Kurse auch ständig angeboten und beworben, damit dann im Notfall sofort eine Erstversorgung durch kundige Passanten möglich ist.

Nimmt man nun Schäuble ernst, dann ist die Bedrohung durch einen terroristischen Anschlag ebenso allgegenwärtig. Experten, die sich mit den verwendeten Mitteln zur Anschlagsdurchführung (Bomben, Giftgas, etc.) auskennen, sind aber rar gesät und deshalb meist nicht sofort zur Stelle.

Klar ist natürlich, daß man im Ernstfall von einer Bombe oder ähnlichem so schnell wie möglich Abstand gewinnen sollte. Aber es kann Fälle geben, bei denen das nicht möglich ist, zum einen durch räumliche Enge in einem Bus oder einer U-Bahn, zum anderen, weil die Lage oft unklar ist und man nicht bei jedem komisch dreinblickenden Fahrgast, der einen Zug betritt, gleich die Notbremse ziehen kann.

Da wäre es doch besser, man hätte das nötige Grundwissen, um z. B. zu erkennen, ob das, was der Mann in der Hand hält, zum Zünden eines umgeschnallten Sprengstoffgürtels dient oder nur ein MP3-Player ist und ob das Zeug in der herrenlose Tasche, an der man gerade vorbeikommt eher nach Bombe aussieht oder nach Zutaten für einen Gemüseeintopf.

Analog der Ersten Hilfe bei medizinischen Problemen wäre dann eine Erste Hilfe bei möglichen Terrorbedrohungen durch ein der Bevölkerung allgemein zugängliches Grundwissen zum Thema möglich.

Problem dabei ist nur, daß eben das Wissen zur Bombenerkennung (und eventuell -entschärfung) gleichzeitig als Wissen zum Bombenbau benutzt werden kann und umgekehrt und man sich durch Verbreitung oder Interesse an solchen Informationen schnell verdächtig oder gar strafbar machen kann.

Fazit: Wenn genügend Bundesbürger das nötige Wissen zum Bombenbau (und damit auch Bombenabbau) besitzen würden, wären wir vor erfolgreichen Terroranschlägen wesentlich sicherer.

Nicht unglaublich

07.10.2008

Die Hofer Polizei schreibt in einer Pressemeldung:

Unglaublich, aber wahr! Auf einen Betrüger der sogenannten „Nigeria-Connection“ ist eine Frau aus Berg hereingefallen.

So unglaublich ist das auch wieder nicht, schließlich ist vor einigen Jahren sogar schon ein Bürgermeister aus dem Münsterland darauf hereingefallen.