Archiv für die Kategorie ‘Überwachung’

Die bösen Sauerland-Terrorischtn

14.05.2009

Am Dienstag kam im Deutschlandfunk ein Feature über die Terrorzelle aus dem Sauerland, deren Mitglieder in diesen Tagen vor Gericht stehen.

In informativer und erheiternder Weise demontiert Walter van Rossum in „Ein Käfig voller Enten“ den Mythos von hochprofessionellen Attentätern und einem generalstabsmäßigen Einsatz von Polizei und GSG9, um die Explosion der „Superbombe“ zu verhindern.

Sehr lesens- bzw. hörenswert!

Sicherheitskompetenz

03.02.2009

Das Bundesinnenministerium (also unser Liebling Schäuble) hat einen neuen Gesetzentwurf produziert und auch schon durch die Bundesregierung absegnen lassen, der dem BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) die Möglichkeit gibt, Informationen über die Nutzer der IT-Infrastruktur des Bundes zu sammeln (also z.B. welche Internetseiten der Ministerien wann und wie oft besucht wurden). Dienen soll das der Abwehr von Gefahren für die IT, z. B. durch Viren oder eine DoS-Attacke (denial of service).

Ganz nebenbei wird außerdem den Betreibern von Telemediendiensten gestattet, ähnlich umfangreich Daten aufzuzeichnen, wenn sie denn eventuell zur Abwehr ähnlicher Gefahren zu gebrauchen sind.

Während sich der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung mit dem  Inhalt des Gesetzentwurfs beschäftigt, ist mir in dem PDF etwas an der äußeren Form aufgefallen. Die Abbildung rechts zeigt einen Ausschnitt von Seite 3 (nach der vom Ersteller vergebenen Seitennumerierung), die roten Linien habe ich zur Verdeutlichung eingefügt.

So wie es nämlich aussieht, hat es der Ersteller des Dokuments nicht einmal geschafft, die Numerierungsfunktion für die Absätze zu verwenden, sondern hat stattdessen Pi mal Daumen einen hängenden Einzug für alle Absätze definiert und die Nummern per Hand eingetragen, wodurch der erste Buchstabe in jedem Absatz fröhlich hin- und herrutscht.

Hoffen wir einfach mal, daß das nur eine ahnungslose Sekretärin (oder Sekretär) getippt hat.

Andernfalls würde es bedeuten, daß Leute sich um die IT-Sicherheit unseres Landes Gedanken machen, die bereits mit einer Textverarbeitung überfordert sind.

Warum keine Regenschirme?

17.11.2008

Seit einiger Zeit läßt sich der Hamburger Verfassungsschutz alle Info-Stände melden, die von Parteien, Kirchen oder einzelnen Bürgern aufgestellt werden. Nachdem das jetzt bekannt wurde, gibt es verständlicherweise Proteste, die das Ende dieses Vorgehens fordern.

Verfassungsschutz-Präsident Heino Vahldieck sagte dazu gegenüber dpa:

Es gibt auch Leute, die sich als Bürgerinitiative organisieren, aber trotzdem extremistische Bestrebungen unterstützen.

Vor vielen Jahren hat ein Adliger einen Kameramann mit einem Regenschirm verprügelt.

Daraus folgt: Es gibt auch Leute, die sich Regenschirme kaufen, aber trotzdem sie als Waffen einsetzen.

Wann läßt sich der Hamburger Verfassungsschutz also endlich alle Käufer von Regenschirmen melden?

[via]