Archiv für die Kategorie ‘Boulevard’

Warum man Produktdesign studiert

30.08.2009

Warum man Produktdesign studieren sollte? Zum Beispiel, weil man Preise gewinnen kann.

So haben zwei Studentinnen im 4. Semester an der Hochschule Coburg den mit 2.000 EUR dotierten zweiten Platz in einem Designwettbewerb gewonnen. Bei ihrem „Yoon“ handelt es sich nach eigener Aussage um „ein formstabiles Produkt, das biegsam ist und sich an den Körper anpasst.“

Fein.

Ach ja: Der Wettbewerb hieß „Design your own Sextoy 2009″ und das Produkt ist ein Vibrator.

Quelle: Frankenpost.de

Waffenfrei Amok laufen

09.04.2009

Nach dem Amoklauf von Winnenden zeigen nun einige aufgeschreckte Behördenvertreter, wie man auch waffen- und gewaltfrei Amok laufen kann und zwar so gewaltfrei, daß selbst Waffen aus Schaumstoff als bedrohlich betrachtet werden.

So planten einige Jugendliche in der Jugendfreizeitstätte Hombruch ein LARP („Live Adventure Roll Play”), um sich, ganz real, ohne Computer, als „Tremonias Erben“ in einem mittelalterlichen Rollenspiel zu treffen, mitunter auch zu kämpfen (mit besagtem Schaumstoff), aber vor allem um Spaß zu haben.

Nachdem viel Zeit und Arbeit in die Vorbereitung investiert worden war, entschied das Jugendamt Dortmund als Betreiber der JFS Hombruch, das „Konzept noch einmal auf den Prüfstand“ stellen zu wollen und sagte die Veranstaltung ab. Die Rollenspieler sind entsprechend geknickt.

Zugegeben, so ein Jugendamt hat es nicht leicht. Wenn sie sich nicht kümmern und ein Kind stirbt, sind sie schuld und wenn sie eingreifen spricht man oft von Behördenwillkür.

Aber wenn eine Veranstaltung zum dritten Mal stattfinden soll und nach den ersten beiden Rollenspielen in den Oster- und Herbstferien 2008 offensichtlich nichts passiert ist, ist kein Grund für eine derart hektische Reaktion gegeben.

Außer natürlich, daß man der Öffentlichkeit suggerieren wollte, wachsam zu sein.

Quelle: Der Westen, via Netzpolitik

Scheiße im Fernsehen

29.01.2009

Nachdem bei „Wetten, daß…“ zwei Tierpfleger am Geruch von Kot ihre Lieblinge (gemeint sind die Zoo-Tiere) erkannt haben, hat sich die Europa-Abgeordnete Angelika Niebler (CSU) darüber aufgeregt, daß damit ein „Verfall der guten Sitten“ stattgefunden hätte.

Interessant wäre, was Fr. Niebler wohl zu den aktuellen Grimme-Preis Nominierungen sagen würde, denn auch die Arte Dokumentation „Die wunderbare Welt der Exkremente“ ist darunter.

Völlig unwichtiges Randdetail:
Die „Gestaltung und technische Umsetzung“ von Fr. Nieblers Website wurde von der Firma „die nase – Web & GrafikDesign“ erledigt.

Ein Mann gegen die DDR

13.10.2008

Ein Mitarbeiter der Firma Lauterbach in Sachsen-Anhalt, die verschiedene technische Artikel anbietet, schickte eine Werbemail an die Möbeltischlerei Calmund in Wesel.

Anstatt daß der Empfänger allerdings glücklich darüber war, endlich tolle Angebote für Glasbaubeschläge zu erhalten, wünschte er sich in seiner Antwort lieber den Wiederaufbau der Mauer und gab zu bedenken, daß seine Mitarbeiter angewiesen seien, nichts aus der DDR zu beziehen.

Nicht nur Privatleute ärgern sich mit unerwünschter Werbung herum, dem Geschäftsmann geht es ebenso. Klaus Calmund hatte offensichtlich schon zuviel Werbung und einen schlechten Tag, als er seine böse E-Mail von West nach Ost schickte.

Danach hatte er einen richtig schlechten Tag, denn anstatt diese Provinzposse als solche abzuhaken, stürzte sich das Fernsehen auf die Geschichte. In Brisant in der ARD wurde es als „Unverschämtheit des Jahres“ bezeichnet und auch bei RTL ereiferte man sich über die Mail.

Wo Fernsehen ist findet man auch Politiker und so gab Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, in der ARD zum Besten, daß er die Kanzlerin über die Geschichte informieren wolle. Als ob die Frau nichts Besseres zu tun hätte (obwohl…, hat sie vielleicht wirklich nicht).

Quelle: DerWesten

Kurz darauf hat sich der Tischlerei-Chef übrigens für seine Mail entschuldigt und sich dabei gefragt, ob heute noch immer eine spezielle Ostförderung wie der Solidaritätszuschlag nötig ist. Aber Frau Merkel wird vermutlich keine Zeit haben, sich darüber Gedanken zu machen.

Von den Socken

07.02.2007

Früher Vize-Verteidigungsminister der USA, heute Weltbankchef: Paul Wolfowitz ist als Hardliner bekannt, jetzt auch gegen sich selbst.

Beim Besuch einer Moschee während eines Türkeiaufenthalts mußte Wolfowitz seine Schuhe ausziehen und präsentierte dabei seine löchrigen Socken, aus denen beide Zehen herausragten.

Kurz darauf zeigte sich seine Knausrigkeit nochmals, als er beim Einkaufen im Basar nicht genug Geld hatte, um Schmuck für seine Töchter zu kaufen. Er mußte sich Geld von seinen Leibwächtern leihen.

Zu lesen ist die Geschichte unter anderem hier.

Santa Fu

02.10.2006

Die bundesweit berühmt/berüchtigte Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel (Santa Fu) schlägt aus ihrer Bekanntheit jetzt Kapital und bringt eine Knastkollektion heraus mit CD, Rasierschaum, Zahnpasta, Feuerzeug und T-Shirts mit Aufdrucken wie „Freigang“ oder „schuldig“.

Warum erinnert mich das nur irgendwie an diese Meldung?

Papst Multivision

10.09.2006

Man ist es ja schon von königlichen Hochzeiten oder Beerdigungen gewöhnt, daß mehrere Fernsehsender gleichzeitig berichten. Nun ist es mal wieder soweit: Der Papst kommt nach Bayern und bis zu vier öffentlich-rechtliche Anstalten (ARD, ZDF, Bayerisches Fernsehen, Phoenix) füllen ihr Programm damit.

Für solchen Quatsch werden also die GEZ-Gebühren verbraten.